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Übergangspunkte verstehen - Es ist Zeit, sich zu verabschieden PDF Drucken E-Mail

von David L. Watson am 02.05.2010

Abschied nehmen heißt nicht, dass Beziehungen abgebrochen werden; es bedeutet, dass sie sich gewandelt haben. Wenn man am ersten Tag der Schullaufbahn ein Kindergartenkind verabschiedet, verändert sich die elterliche Beziehung, aber sie endet nicht. Verabschiedet man Sohn oder Tochter, die erstmals zum Studium ausziehen, verändert sich die Beziehung. Wenn man am Traualtar seinen Sohn oder seine Tochter verabschiedet, ist die Beziehung eine andere. Wenn Eltern sich nicht bewusst verabschieden, entstehen ernsthafte Probleme, nicht nur für die Beziehung zueinander, sondern auch für die Entwicklung des Kindes zu einem mündigen Erwachsenen.

Jesus sagt in Joh.16,7: „Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, dass ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand4 nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden.“ Jesus war durch Zeit und Raum begrenzt. Wäre er nicht zum Himmel aufgefahren, so hätten wir nur sehr begrenzten Zugang zur Erkenntnis und Macht Gottes durch Jesus. Der Heilige Geist ist nicht eingeschränkt durch Raum oder Zeit oder die Anzahl der Menschen, die Zugang zu ihm haben. Jesu Nachfolger können viel mehr zustande bringen nachdem Jesus aufgefahren ist, als wenn er auf der Erde geblieben wäre. Der Heilige Geist sorgt dafür, dass jedermann Zugang hat zur Liebe Gottes, seiner Macht, Weisheit und dem Verständnis seines Wortes.

Neue Gemeinden sind sehr stark vom Gemeindegründer abhängig. Bleibt der Gemeindegründer zu lange, wird er das Wachstum der neuen Gemeinde lähmen. Anstatt zu lernen sich auf den Heiligen Geist und das Wort Gottes zu verlassen, wird sie vom Gemeindegründer abhängig sein. Das ist ungesund und schränkt das Potential der Gemeinde ernstlich ein, und im schlimmsten Fall tötet es die neue Gemeinde bevor sie eine Chance hatte sich zu entwickeln.

Gemeindegründer müssen die Gemeinde, die sie beginnen für den Zeitpunkt der Trennung vorbereiten. Das geschieht dadurch, dass man kontinuierlich die Bibel nach Antworten auf alle Fragen untersucht. Es geschieht durch Gebet und dadurch, dass Gott auf die Gebete der neuen Gläubigen antwortet. Es geschieht durch das Ausrüsten von Leitern und dadurch, diese Leiter von Anfang an leiten zu lassen - während sie auf den Heiligen Geist hören und sich auf Gottes Wort verlassen.

Wenn der Gemeindegründer zu lange bleibt, läuft er Gefahr, im Leben der Gemeinde den Platz des Heiligen Geistes einzunehmen. Der Gemeindegründer wird derjenige sein, der den Finger auf Sünde legt anstatt dem Heiligen Geist, der durch Gottes Wort von Sünde überführt. Der Gemeindegründer wird sozusagen die Gebete der Gemeinde beantworten, indem er Ratschläge und Hilfestellung gibt anstelle des Heiligen Geistes, der alle Bedürfnisse ausfüllt. Wenn Probleme oder Verfolgung auftauchen, wird sich die Gemeinde an den Gemeindegründer wenden anstatt an Gott, um Lösungen und Rettung zu bekommen.

Hat der Gemeindegründer hingegen seinen Job gemacht, dann hat die Gemeinde in ihrem Gründer ein Vorbild von mündigem Christsein und Leiten gesehen. Der Gemeindegründer hat der Gemeinde beigebracht, mit dem Wort Gottes umzugehen, zu beten und auf den Geist Gottes zu hören und den Menschen in ihrem Umfeld zu dienen. Wenn sich in der neuen Gemeinde Leiter herausbilden, beobachtet sie der Gemeindegründer dabei, wie sie leiten und Fehler machen. Er hilft ihnen dabei, sich nach den Fehlern wieder aufzurappeln, durch Hören auf Gottes Wort und seinen Geist wieder herstellen zu lassen und daran zu reifen. Zum richtigen Zeitpunkt schließlich verlässt der Gemeindegründer sie, und er weiß, dass die Gemeinde in guten Händen ist - nämlich den Händen des Heiligen Geistes.

Mach´ Pläne für den Abschied und achte auf den richtigen Zeitpunkt. Es ist besser zu früh zu gehen als zu spät. Bleibt der Gemeindegründer zu lange, besteht das Risiko, die Rolle des Heiligen Geistes zu übernehmen oder die Gemeinde davon abzuhalten, ein hörendes Ohr für den Heiligen Geist zu entwickeln.

Mach dir klar, wann es Zeit für den Abschied ist. Es ist nicht das Ende der Beziehung; es ist der Beginn einer neuen und besseren Beziehung.