|
von David L. Watson am 24.06.2008
Ich habe nie geplant, eine Hauskirchenbewegung zu gründen. Auch heute, wenn ich mit neuen Leuten an neuen Orten arbeite, ist das Ziel nicht, eine Hausgemeinden-bewegung zu beginnen. Mein Ziel ist, mich der Verlorenheit in jeder Gesellschaftsschicht zu stellen und ihr mit der frohen Botschaft Jesu Christi zu begegnen. Ich habe keine vorgefertigten Konzepte darüber, wie die lokale Gemeinde aussehen wird, die dann entsteht, wenn Verlorenheit angegangen und das Evangelium entfaltet wird, Familien und soziale Gruppen zu Christus finden, Gemeinschaften umgewandelt werden und neue Gemeinden entstehen. (Siehe auch den Artikel zu Strategie und Struktur)
Die Gemeinde gehört Christus, und Er sollte bestimmen können, wie die Gemeinde wächst und wie sie sein wird. Wir sollen natürlich unsere Aufgabe erfüllen, aber Christus ist das Haupt der Gemeinde. Wenn Menschen unterschiedlicher Gruppierungen der Gesellschaft und verschiedener Kulturen dem Wort gehorsam sind und der Leitung des Heiligen Geistes folgen werden sie Gemeinde in ihrem gesellschaftlichen und kulturellen Rahmen unterschiedlich leben. Meine Aufgabe als Gemeindegründer ist, das Evangelium so ehrlich und kulturell neutral wie möglich darzulegen. Wenn Familien, soziale Gruppen und Einzelne zu Christus finden, zeige ich ihnen durch das was ich tue und sage, wie sie selbst entdecken können, was die Bibel lehrt und wie sie gehorsam sein können. Ich glaube nicht, dass es nur einen richtigen Weg gibt, dem Auftrag der Bibel bezüglich der Gemeinde gerecht zu werden. Damit meine ich, wir müssen nicht alle in derselben Art und Weise anbeten, beten, dienen, fasten, singen, oder irgendetwas anderes genauso machen wie Andere, um Christus zu gehorchen. Wenn wir entsprechend unserem eigenen Kontext nach Gottes Wort leben, wird es Unterschiede geben, aber Gehorsam geht weiter. In manchen Fällen kann das Hausgemeinde bedeuten. In anderen Situationen mag es zu einer anderen Gemeindestruktur führen, die dem Umfeld angepasst ist.
Die größte Hürde, die wir alle zu überwinden haben bevor wir eine neue Arbeit beginnen ist, dass wir unsere Kultur ablegen müssen. Unsere „christliche“ Kultur kann eine sehr negative Auswirkung auf Gemeindegründung haben.
Deswegen vermeide ich „kirchliche, gemeindliche“ Worte, Phrasen, Titel usw. Die meisten Menschen in Nord Amerika sind mit dem Christentum vertraut, deswegen ist es für sie nicht ungewöhnlich, christliches Vokabular zu benutzen wenn sie beschreiben, was mit ihnen geschieht oder z. B. um Führungsrollen zu benennen. Aber ich lasse sie selbst bestimmen. Ich versuche mein Bestes, meine christliche Kultur, konfessionelle Begriffe oder Lehren NICHT in die neue Arbeit zu übertragen.
Natürlich brachte mir das Schwierigkeiten mit meiner Gemeinde. Sie wollten, dass alle neue Arbeit so aussehen und gelebt werden sollte wie der Rest der Gemeinde, obwohl das in der Vergangenheit ein Hindernis gewesen war, und auch weiterhin ein Hindernis sein wird, da wo neue Leute das Evangelium annehmen. Alle, die sich in einer traditionellen Gemeinde wohl fühlen, sind der traditionellen Gemeinde verpflichtet. Die Statistik zeigt, dass obwohl die Bevölkerung in USA wächst, die traditionellen Gemeinden und Kirchen stagnieren. (Siehe http://www.youtube.com/watch?v=vTvEuknfxVo)
Es ist allerdings sehr schwer, seine eigene Kultur abzulegen. Ich kämpfe ständig gegen meine christliche Kultur wenn ich in Gemeindegründung aktiv bin. Oft ist es so, dass ich einen Tag in der traditionellen christlichen Kultur arbeite, und am nächsten Tag finde ich mich in einem antichristlichen Umfeld wieder. Von 1973 bis 1997 habe ich in einem gemeindlichen Umfeld gearbeitet. Fünfundzwanzig Jahre kulturelle Sozialisation einfach zu ignorieren, verändern oder abzulegen ist schwer, aber ich bin entschlossen, weiter daran zu arbeiten. Je weniger religiös ich bin aber dafür umso geistlicher, desto effektiver werde ich als Gemeindegründer.
Wir dürfen niemals Religion mit Geistlichkeit gleichsetzen. Religiosität handelt davon, wie wir Gemeinde leben. Geistlichkeit meint, dass wir unsere Beziehung zu Gott so leben, dass wir, unsere Familien und unsere Gemeinschaften verändert werden. Verlorene Menschen sind meist von Religion abgestoßen, fühlen sich aber seltsamerweise zu geistlichen Männern und Frauen hingezogen. Wenn ich Gemeinde gründe, bemühe ich mich, weniger religiös zu sein. Doch in jedem Umfeld ist es mir wichtig, geistlich zu wachsen. Damit meine ich eine tiefer werdende Beziehung zu Gott durch Jesus Christus und der Kraft des Heiligen Geistes, die mich verändert und meine Familie und Gemeinschaft in positiver Weise für Christus beeinflusst.
Wenn wir Menschen lieben, werden sie das spüren. Und wenn sie das spüren, wird vieles von dem, was wir sagen und wie wir es sagen nicht von Bedeutung sein. Was wir tun, wird viel lauter reden als unsere Worte; was wir tun wird die Ohren derer öffnen, die hören wollen, was wir zu sagen haben. Liebe die Menschen, diene ihnen, führe sie dahin, Gott selbst zu entdecken und sie werden zu Christus kommen. |