promo
Übergangspunkte verstehen - von der Person des Friedens zur Kleingruppe PDF Drucken E-Mail

von David L. Watson am 25.04.2008

Eine der schwierigsten Übergänge, die es zu meistern gilt ist der Schritt von der Beziehung ausschließlich zur Person des Friedens hin zur sozialen Gruppe dieser Person. In Gemeindegründungssituationen ist dies gewöhnlich in erster Linie deren Familie. Es gibt jedoch Kulturen und Situationen, in denen die primäre soziale Gruppe nicht die Familie sein muss; so z.B. Internate, Universitäten, einige Gesellschaften, in denen die Geschlechter strikt getrennt leben, im Militär, Wanderarbeiter, Gefängnisse, Obdachlose usw..

Viele Gemeindegründer neigen dazu, diese Phase zu beschleunigen. Sie holen selber Gruppen zusammen, und indem sie das tun, machen sie sich selber zu Leitern dieser Gruppen. Es kann auch geschehen, dass sie eine Gruppe bilden durch Herauslösen einzelner Mitglieder aus verschiedenen sozialen Gruppen. Dies verursacht eine Reihe daraus resultierender Probleme, die dazu führen können, dass es einer Gruppe nicht gelingt, zu einer Gemeinde zu werden. Der größte Fehler ist der Schaden für das Potential der internen Leitung. In der Gemeindegründung bilden sich neue Leiter kaum heraus solange externe oder bewährte Leiter präsent sind.

Spitzensportler werden nicht durch bloßes Beobachten anderer zu Weltklasseathleten. Sie müssen ihre Sportart trainieren um sie zu beherrschen. Oft fangen sie an ihren Sport zu lernen und zu üben bevor sie jemals einen Profisportler in Aktion gesehen haben. Sie beginnen mit dem Sport in jungen Jahren, wobei sie manchmal von der Familie und Freunden ermutigt werden, aber sich auch oft Dinge selber beibringen. Wenn sie sich dann zunehmend für die Sportart begeistern, schauen sie sich die Stars an. Sie trainieren was sie sehen, aber noch wichtiger ist was sie von ihren Trainern und Kameraden lernen. Sie perfektionieren was sie üben und werden Vorbilder für andere auf ihrem ganzen Weg zum Ruhm. Und schließlich trainieren sie andere in dem, was sie ein Leben lang perfektioniert haben. An diesem Punkt spielen sie nicht mehr aktiv, sondern sie lehren, trainieren und werden Ausbilder und Mentoren für die, die ihnen folgen und in der Sportart hochkommen.

In derselben Art und Weise hat Jesus seine Jünger ausgebildet. Es ist auch dieselbe Art, die Paulus gebrauchte, um Gemeindegründer auszubilden und einzusetzen. Sie waren ein Vorbild, sie rüsteten aus, sei sahen zu, um sicherzustellen, dass sich die Dinge in die richtige Richtung bewegten (nicht perfekt!) und zogen dann weiter. Es entstanden tiefe persönliche Beziehungen mit ihren Jüngern und Nachfolgern. Diese Leute beobachteten sie in der Öffentlichkeit und privat, und es gab keinen Widerspruch zwischen dem was sie sagten und was sie taten - weder öffentlich noch privat. Jesus und Paulus lehrten viele, aber machten nur wenige zu Jüngern, die dann die Leiter wurden. Sie verbrachten mehr Zeit mit diesen Leitern und halfen ihnen in ihrer Entwicklung bis sie ihre eigenen Gruppen hatten. Wir sehen nicht, dass sie Gruppen für ihre Jünger ins Leben riefen.

Es ist der Job eines Gemeindegründers, die Person des Friedens zu finden, eine intensive Beziehung zu ihr aufzubauen und dann dieser Person zu helfen und weiterzugeben, was sie zusammen mit ihrer sozialen Gruppe lernen kann. An einem bestimmten Punkt kann sich dann daraus ein geleitetes Entdeckerbibelstudium entwickeln, bei dem jeder in der Gruppe lernt, wie er die Bibel studieren und in seinem Leben anwenden kann. Außerdem geht es darum, wie die Gruppe den Nöten anderer Menschen um sie herum so begegnen kann, dass sie wächst und sich vervielfältigt noch ehe sie eine Gemeinde wird. Wenn nun diese Gruppe beginnt Christus zu lieben und die Mitglieder ihr Leben Christus geben und getauft werden, hat sie den ersten Schritt hin zu einer Gemeinde getan.

Das bringt uns zum nächsten Übergangspunkt: Von der Bibelstudiengruppe zur Gemeinde. Die Rolle des Gemeindegründers besteht darin, die Menschen durch diese Übergänge zu begleiten - nicht, die Schritte für sie zu gehen.