|
von David L. Watson am 04.06.2009
Ich werde häufig gefragt, was ich als Mentor so tue. Das erste, was man verstehen muss, ist, dass es beim Mentoring um eine Beziehung geht, nicht um einen Job oder etwa darum, dass man der Chef ist. Vielmehr geht es darum, einer Person dabei zu helfen, all das zu sein, was sie in den jeweiligen Lebensbereichen sein kann. Wenn mich jemand bittet, ihn zu betreuen, mache ich ihm gegenüber deutlich, dass ich mit ihm an sechs Bereichen seines Lebens arbeiten werde:
- Die Beziehung zu Gott
- Die Beziehung zur Familie
- Die Beziehung zur Gesellschaft
- Die Beziehung zum Dienst
- Die Beziehung zur Arbeit
- Die Beziehung zu sich selbst
Wenn Sie sich noch eingehender mit dieser Art der Beziehung beschäftigen wollen, möchte ich Sie auf die folgende Website verweisen: Leadership Essentials – Mentors, Coaches & Trainers, and Teachers.
Mentor zu sein bedeutet jedoch auch, Rechenschaft über Ergebnisse abzulegen. In der Gemeindegründung messen wir das, was Ergebnisse verursacht oder diese hervor bringt, nicht die Resultate selbst. Gott rettet, wir evangelisieren; Gott beginnt Gemeinden, wir machen gehorsame Jünger. Wir denken an diese Tatsachen und erwägen dann Folgendes:
- Wen betreuen Sie? Wenn ich einen Leiter begleite, erwarte ich von ihm, dass er, abhängig davon, ob er in Teilzeit oder Vollzeit dient, wiederum mindestens zwei bis fünf Leute betreut.
- Wen betreuen Ihre Schüler? Wenn die, die wir betreuen, sich nicht wiederum um andere kümmern, vergeuden wir unsere Zeit und der Kreislauf der Gemeindegründung wird zum erliegen kommen.
- Wie oft treffen Sie sich mit denen, die Sie betreuen? Wenn das weniger als alle zwei Wochen passiert, werden sich keine Beziehung und keine Verbindlichkeit entwickeln, die nötig sind, dass Gemeindegründung stattfinden kann (Themen im Zusammenhang mit der Verbindlichkeit werde in meiner nächsten Veröffentlichung behandeln).
- Was ist der Inhalt Ihrer Mentoring-Treffen? Dieser zeigt nämlich, ob man einen Plan dafür besitzt, Leiter heranzubilden. Wenn wir einen Plan haben, werden für gewöhnlich auch unsere Nachfolger einen Plan haben. Ohne Plan werden die Ergebnisse bestenfalls sporadisch eintreffen.
- Welche Gebetsanliegen oder Probleme teilen Ihre Schüler Ihnen mit? Wir können einen Prozess nicht verbessern, wenn wir die in dem Prozess auftauchenden Probleme nicht kennen. Wir können keine Leiter heranbilden, wenn die Menschen ihre Probleme vor uns verbergen. Wir können Fürsorge zeigen und und Beziehungen aufbauen, nicht nur durch Gebet.
- Wie viele Trainingseinheiten oder Seminare führen Sie für Leute durch, die Sie nicht betreuen? Menschen, die wir einmal betreuen werden, finden wir dadurch, indem wir Schulungen und Seminare für Leute anbieten, zu denen wir momentan keinen Bezug haben. Meine vorrangige Motivation, solche Trainingsveranstaltungen durchzuführen, ist es, andere zu beeinflussen und neue Personen zu finden, die ich betreue. Wenn wir andere nicht trainieren, werden wir unseren Dienst nicht auf neue Bereiche ausweiten oder neue Teams entwickeln. Wenn wir keine neuen Teammitglieder heranbilden, wird es uns nicht möglich sein, andere Gebiete zu erschließen.
- Wie viele neue Gemeinschaften haben Sie und Ihr Team im Berichtszeitraum erschlossen? Wenn wir an neue Orte gehen und das Evangelium pflanzen, werden wir neue Gemeinden gründen.
- Mit wievielen Personen des Friedens hat Ihr Team im Berichtszeitraum Kontakt gehabt? Wenn wir keine Personen des Friedens suchen und finden, werden wir auch keine neuen Entdecker-Studiengruppen beginnen können.
- Wieviele Entdecker-Studiengruppen haben sie und Ihr Team während des Berichtszeitraums begonnen und aufrecht erhalten? Wenn wir mit keinen solchen neuen Gruppen anfangen, werden wir auch keine neuen Leiter finden, die wir betreuen, um neue Jünger zu machen.
- Wieviele Leiter für die Entdecker-Studiengruppen betreuen Sie und Ihr Team? Wenn wir keine Leiter reproduzieren, wird der Kreislauf der Gemeindegründung zum Erliegen kommen.
- Wieviele Entdecker-Studiengruppen haben zum Glauben gefunden und sind in Gemeinden aufgenommen worden? Wieviele sind getauft worden?
- Wie viele Gemeindeleiter betreuen Sie und leiten Sie an, Bibelstudien durchzuführen, bei denen es um den Gehorsam und die Heranbildung von Leitern geht? Wenn wir lehren anstatt Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, bilden wir keine neuen Leiter heran und es wird keinen Gemeindebau geben.
- Wie viele Gemeindeleiter haben während des Berichtzeitraums neue Entdecker-Studiengruppen begonnen? Leiten sie den neuen Leiter an oder leiten sie die Gruppe selbst?
Messen Sie das, was zu Ergebnissen führt und Sie werden die von Ihnen gewünschten Ergebnisse erhalten. Wenn Sie natürlich das nicht tun, was Sie zu messen versuchen, werden sich wahrscheinlich auch die gewünschten Resultate nicht einstellen. Im Gemeindebau geht es darum, mit Beziehungen umzugehen, nicht mit Papierkram. Bauen Sie um Ihr Mentoring herum ein Beziehungssystem auf und Sie werden Gemeindegründungsbewegungen erleben. Wenn Sie Managementsysteme aufbauen, werden Sie zwar zu einem Büro kommen, dafür aber auch keine Gemeinde gründen. |