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Von David Watson am 31.01.2010
Diese Tagebuchseite handelt vom Mentoring für Gemeindegründer. Das erwünschte Ergebnis besteht aus gut abgerundeten Männern und Frauen Gottes, die sich darauf verstehen, Jünger zu machen und auch andere dazu anleiten, Jünger zu machen, die Gemeinden gründen und auch anderen beibringen, wie man eine Gemeinde gründet und die Gemeindegründungsinitiativen begleiten und anderen beibringen, wie man solche Initiativen führt. Aber, wie ich schon früher gesagt habe: Gemeindegründung ist mehr als ein Job, es ist ein Lebensstil. Es geht nicht darum, eine Gemeinde zu gründen, vielmehr geht es darum, das Leben eines Gemeindegründers zu leben. Oder, um es noch präziser auszudrücken, man lebt das Leben eines Menschen, der Jünger macht. Das macht es allerdings erforderlich, dass wir Mentoren sind.
In einigen vorangegangenen Artikeln habe ich bereits über die Rolle des Mentors geschrieben- Diese Artikel heißen „Ein Mentor sein“ und „Grundlegendes über Gemeindegründung“ - Mentoren, Trainer und Lehrer. In den nächsten Artikeln möchte ich tiefer schürfen, wenn es um die Rolle und den Lebensstil eines Mentors geht.
Erstens: Mentoring beginnt bei einem selbst.
Die einzige große Anklage an religiöse Führer findet sich in Matthäus 23:
1 Dann wandte sich Jesus an die Volksmenge und an seine Jünger 2 und sagte: »Das Lehramt des Mose haben heute die Schriftgelehrten und die Pharisäer inne. 3 Richtet euch daher nach allem, was sie euch sagen, und befolgt es. Doch richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden zwar, handeln aber nicht danach.
4 Sie binden schwere Lasten zusammen, die man kaum tragen kann, und laden sie den Menschen auf die Schultern; doch sie selbst denken nicht daran, diese Lasten auch nur anzurühren.
5 Und alles, was sie tun, tun sie nur, um die Leute zu beeindrucken: Sie machen ihre Gebetsriemen besonders breit und die Quasten ihrer Gewänder besonders lang. 6 Bei Festessen nehmen sie die Ehrenplätze für sich in Anspruch und in den Synagogen die vordersten Sitze. 7 Sie haben es gern, wenn man sie auf der Straße ehrfurchtsvoll grüßt und wenn die Leute sie mit ›Rabbi‹ anreden.
8 Ihr aber sollt euch nicht ›Rabbi‹ nennen lassen, denn nur einer ist euer Meister, und ihr alle seid Brüder. 9 Auch sollt ihr niemand hier auf der Erde ›Vater‹ nennen, denn nur einer ist euer Vater, der Vater im Himmel. 10 Ihr sollt euch auch nicht ›Lehrer‹ nennen lassen, denn nur einer ist euer Lehrer: Christus. 11 Der Größte unter euch soll euer Diener sein. 12 Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.«
13 »Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Selbst geht ihr nicht hinein, und die, die hineingehen wollen, lasst ihr nicht hinein.
15 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr reist über Land und Meer, um auch nur einen einzigen Anhänger zu gewinnen, und wenn ihr einen gewonnen habt, macht ihr ihn zu einem Anwärter auf die Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr.
16 Wehe euch, ihr verblendeten Führer! Ihr sagt: ›Wenn jemand beim Tempel schwört, braucht er seinen Eid nicht zu halten; wenn jemand aber beim Gold des Tempels schwört, ist er an seinen Eid gebunden.‹ 17 Ihr verblendeten Toren! Was ist denn wichtiger, das Gold oder der Tempel? Durch den Tempel wird das Gold doch erst geheiligt. 18 Ihr sagt auch: ›Wenn jemand beim Altar schwört, braucht er seinen Eid nicht zu halten; wenn jemand aber beim Opfer auf dem Altar schwört, ist er an seinen Eid gebunden.‹ 19 Wie verblendet ihr seid! Was ist denn wichtiger, das Opfer oder der Altar? Durch den Altar wird das Opfer doch erst geheiligt. 20 Wer also beim Altar schwört, der schwört nicht nur beim Altar, sondern auch bei allem, was darauf ist. 21 Und wer beim Tempel schwört, der schwört nicht nur beim Tempel, sondern auch bei dem, der darin wohnt. 22 Und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und somit bei dem, der darauf sitzt.
23 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den zehnten Teil von Kräutern wie Minze, Dill und Kümmel und lasst dabei die viel wichtigeren Forderungen des Gesetzes außer Acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Diese Forderungen solltet ihr erfüllen und das andere nicht außer Acht lassen. 24 Verblendete Führer seid ihr! Mücken siebt ihr aus, und Kamele verschluckt ihr.
25 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr reinigt das Äußere eurer Becher und Schüsseln, ihr Inhalt aber zeugt von eurer Raubgier und Maßlosigkeit. 26 Du verblendeter Pharisäer! Sorg zuerst dafür, dass der Inhalt des Bechers rein ist, dann wird auch das Äußere rein sein.
27 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie weißgetünchte Gräber: Von außen sehen sie schön aus, innen aber sind sie voll von Totengebeinen und von Unreinheit aller Art. 28 Genauso seid auch ihr: Nach außen hin erweckt ihr bei den Menschen den Anschein, gerecht zu sein, in Wirklichkeit aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.
29 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr errichtet Grabmäler für die Propheten und schmückt die Gräber der Gerechten 30 und behauptet: ›Wenn wir zur Zeit unserer Vorfahren gelebt hätten, hätten wir uns nicht mit ihnen am Tod der Propheten schuldig gemacht.‹ 31 Damit gebt ihr selbst zu, dass ihr die Nachkommen der Prophetenmörder seid. 32 Ja, macht nur das Maß eurer Vorfahren voll!
33 Ihr Schlangen, ihr Natternbrut! Wie wollt ihr dem Gericht entgehen und verhindern, dass ihr in die Hölle geworfen werdet? 34 Deshalb hört, was ich euch sage: Ich werde Propheten, Männer voller Weisheit und wahre Schriftgelehrte zu euch schicken. Einige von ihnen werdet ihr umbringen, ja sogar kreuzigen; andere werdet ihr in euren Synagogen auspeitschen und von einer Stadt zur anderen verfolgen. 35 So wird schließlich euch die ganze Schuld am Tod der Gerechten angerechnet, angefangen bei Abel, dem Gerechten, bis hin zu Sacharja, dem Sohn Berechjas, den ihr zwischen dem Tempelgebäude und dem Altar ermordet habt. 36 Ich sage euch: Die Strafe für all das wird diese Generation treffen.«
37 »Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die, die Gott zu dir schickt. Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln wie eine Henne, die ihre Küken unter ihre Flügel nimmt! Aber ihr habt nicht gewollt. 38 Seht, euer Haus wird verlassen sein und verwüstet daliegen. 39 Denn ich sage euch: Von jetzt an werdet ihr mich nicht mehr sehen, bis ihr ruft: ›Gesegnet sei er, der im Namen des Herrn kommt!‹« Matthäus 23, 1-39 (Neue Genfer Übersetzung)
Es gibt viele Auslegungen hierzu, aber der Hauptpunkt ist, dass die religiösen Führer nicht das auslebten, was sie lehrten. Weder ihr öffentliches noch ihr privates Leben stimmten mit den Geboten der Schrift überein.
- Sie taten nicht, was sie predigten
- Sie legten Menschen Lasten auf, anstelle ihnen mit ihren Lasten zu helfen
- Sie taten das, was sie taten für sich selbst, anstelle für Gott
- Sie verschlossen das Reich Gottes, anstatt es zu öffnen
- Sie machten Bekehrte, die schlimmer als sie selbst waren
- Sie vergaßen die Quelle ihrer Eide
- Sie waren Menschen, die Regeln aufstellten und diese wie Polizisten überwachten aber darüber die Lehren des Gesetzes bezüglich Recht, Erbarmen und Gerechtigkeit vergaßen
- äußerlich sahen sie gut aus, aber inwendig waren sie schmutzig und verdorben (die weißgetünchten Gräber sahen schön aus, aber sie sollten Pilger auch davor schützen, diese nicht unabsichtlich zu berühren, um sich nicht nach dem Gesetz zu verunreinigen und dann nicht zum Passahfest den Tempel betreten zu dürfen. Wer also einen Pharisäer berührt, der verunreinigt sich und kann nicht mehr am Gottesdienst teilnehmen).
- Für die Menschen um sie herum waren sie so gefährlich wie eine Otternbrut. Bei Berührung erfolgt der sichere Tod!
Für uns, die wir Leiter sind, sind diese Warnungen bestimmt. Wir fallen so leicht in die Sünde des Pharisäertums. Die leitende Stellung, die wir innehaben, die Regeln, die wir aufgestellt haben, die Tatsache, dass wir verlorenen Menschen Gott repräsentieren und dass wir die erretteten Menschen führen, kann dazu führen, dass wir den Blick dafür verlieren, was es bedeutet, ein Diener Gottes zu sein, jemand, der sich demütigt, um dann von Gott erhöht zu werden, weil wir Seiner Schöpfung dienen.
Wahres Mentoring beginnt im Herzen des Mentors. Nicht nur was wir wissen, unsere Erfahrungen und was wir gelernt haben, machen uns zu einem Mentor. Das, was wir vermeiden, wofür wir uns entscheiden, es nicht zu tun, ist genauso wichtig, und auch wie wir mit Gott und mit Menschen in der Öffentlichkeit und zu Hause in Beziehung treten.
Mentoren sind darum bemüht, ein beständiges Leben zu führen. Ihr tiefster Wunsch ist es, Gott zu kennen und Menschen zu dienen. Sie haben eine ausgewogene Persönlichkeit. Was man in der Öffentlichkeit von ihnen sieht, ist auch das, was man im Privatleben antrifft. „Ein Sünder, dem durch das Blut Jesu Vergebung widerfahren ist und der zu einem neuen Leben auferstanden ist“ – dies ist in ihrem Leben nicht nur ein Slogan, sondern eine Wahrheit in der sie leben und die sie ausleben, die alles, was sie denken, sagen und tun, durchdringt.
Mentoren sind erlöste Sünder, die das jeden Tag wissen und die die Heiligkeit, die Christus ihnen verliehen hat, zu Gunsten des Reiches Gottes und zu Gunsten der Menschen, denen sie dienen, ausleben. Wenn Gott nicht an uns, die wir uns Mentoren nennen, wirkt, dann haben wir keine Basis überhaupt ein Mentor zu sein. Mentoring bedeutet überhaupt nicht, perfekt zu sein; aber es bedeutet, dass wir uns durch die Erbarmungen und Gnade Gottes darum bemühen, perfekt zu sein. Mentoring bedeutet nicht, alles zu wissen; es bedeutet, dass man selbst ein Lernender ist, der hart erlernte Lektionen mit anderen teilt und dabei hofft, dass die Lektionen für die Hörer dann vielleicht ein bisschen weniger hart sein werden. Mentoring bedeutet auch nicht, dass man schon lange Zeit in einem Arbeitsfeld gearbeitet haben muss; es bedeutet, dass man weise ist und die gelernten Lektionen auf das tägliche Leben anwenden kann und das mehr zum Segen für andere als für einen selbst.
Wenn du ein Mentor sein willst, dann musst du bei dir selbst beginnen, und dann, während du lernst, bei Versagen Buße tun und wieder von vorn beginnen; du nimmst andere auf diese Reise mit. Dein Leben ist mit dem Leben anderer verwoben – mit deiner Familie mit alten Freunden, mit neuen Freunden und sogar mit deinen Feinden. Jede Beziehung hat das Potential Glück oder Bitterkeit hervorzurufen. Jeder Augenblick birgt in sich die Möglichkeit, das Richtige, das Falsche oder gar nichts zu tun (was die beste oder schlechteste Entscheidung von allem sein kann). Jede Aufgabe kann Erfolg oder Misserfolg bedeuten, manchmal liegt es nicht einmal daran, was wir tun.
Mentoring bedeutet, dass wir unser Leben mit anderen teilen, damit wir und die anderen bessere Menschen im Dienst des Reiches Gottes werden können. Wenn du dazu berufen bist, ein Mentor zu sein, dann hast du tatsächlich eine hohe Berufung, die das Beste von dir fordert und zwar in allen Situationen und Beziehungen. Es geht darum, dass anderen, die in der Reichgottesarbeit stehen, auch geholfen werden kann. |