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Warum Konfessionen den Missionsbefehl nicht erfüllen können PDF Drucken E-Mail

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe nichts gegen Konfessionen. Mehr als 15 Jahre habe ich als Kirchenangestellter und 10 Jahre lang in verschiedenen konfessionellen Beschäftigungsverhältnissen gearbeitet, selbst bin seit über 50 Jahren Mitglied einer Kirche.

Also bitte warten Sie mit ihrem Urteil, bis Sie den folgenden Artikel fertiggelesen haben.

Was eine Konfession oder eine konfessionsähnliche Kirche ausmacht, ist, dass sie darauf besteht, dass sich alle Kirchen, die mit ihr in Beziehung stehen und die sie gründet, an eine bestimmte Sichtweise halten, die ihr eben eigen ist. Dasselbe gilt auch für die damit zusammenhängenden und daraus resultierenden Arten des Glaubensvollzugs, die sich auf die Bibel beziehen und für die Sichtweise der ihr eigenen Kirchengeschichte. Alle konfessionell strukturierten Kirchen gründen sich in irgendeiner Weise auf die Bibel und auf ihre eigene Kirchengeschichte. Sie mögen ein striktes oder eher oberflächliches Einhalten ihrer Lehren und/oder ihres Glaubensvollzuges fordern. Ihre Lehren sind dennoch bestenfalls eine Teilmenge dessen, was die Bibel zu sagen hat und enthalten schlimmstenfalls außerbiblische Lehren und Praktiken, die aus der jeweiligen Kirchengeschichte herrühren. Annähernd alle Gottesdienst- und Leitungsformen sind aber nicht biblisch, auch wenn alle Konfessionen bemüht sind, ihre Praktiken aus der Bibel heraus zu legitimieren.

Alle Konfessionen und konfessionsähnlichen Kirchen schließen gewisse Passagen aus der Bibel aus oder spielen sie zumindest herunter, während sie andere, die ihre Sichtweisen stützen, hervorheben. Fordert man sie mit gewissen Bibelstellen heraus, die ihre Kirchenlehre nicht unterstützen, dann hört man sie sagen, dass dies alles eben Auslegungssache sei, oder sie definieren diese Bibelstellen einfach als gefälscht oder unbiblisch.

In fast allen Fällen neigen Konfessionen und konfessionsähnliche Kirchen dazu, ihre historisch gewachsenen, außerbiblischen Glaubensüberzeugungen und Kirchenpraktiken auf eine Ebene mit der Heiligen Schrift zu stellen. Einige Konfessionen tun dies ganz offen. Andere wiederum leugnen es ab, tun es in der Praxis aber auch. Schauen Sie doch bitte einmal ihre eigene Konfession an und entscheiden Sie selbst, ob Sie ihre Glaubensüberzeugungen und Ihren Glaubensvollzug im Licht des ganzen Rates der Heiligen Schrift verorten können. (Hinweis: Schauen Sie die Lehren und /oder Praktiken an, bei denen Sie nicht gewillt sind, Kompromisse einzugehen oder schauen sie die Lehren und/oder Praktiken an, die Sie an anderen kritisieren).

Und hier liegt auch das Problem. Wenn wir uns einmal den Gottesdienstbesuch irgendeiner Konfession anschauen, sogar in Ländern mit Staatskirchen, dann finden wir heraus, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung überhaupt am Leben einer bestimmten Kirche teilnimmt. In den meisten Fällen liegt diese Zahl bei nur 2 bis 5% und das sogar in Ländern mit Staatskirchen. Jeder, der eine bestimmte Kirche besuchen will, tut dies bereits. Jeder andere weiß irgendetwas über diese Kirche und entscheidet sich dafür, nicht hinzugehen und eben kein Teil der organisierten und religiösen Christenheit zu sein.

Also: Ganz gleich, welche konfessionelle Sichtweise Sie haben, diese Sichtweise gefällt nur höchstens bis zu 5% der Bevölkerung, in der Sie leben. Und jeder, der sich für diese Art von Kirche interessiert, ist bereits eines ihrer Mitglieder. Die meisten dieser Mitglieder gehen allerdings nur bei besonderen Anlässen dorthin.

Wie kommen wir denn nur darauf, dass es irgendeiner dieser Konfessionen oder von mir aus allen Konfessionen zusammengenommen, die daran arbeiten, den Missionsbefehl zu erfüllen, gelingen wird, die Welt für Christus zu erreichen? Wir haben schon 1600 Jahre konfessionelles Christentum hinter uns und bestenfalls belaufen sich die Zahlen derer, die sich Christen nennen, auf ein Sechstel der Weltbevölkerung. Darüber hinaus wissen wir, dass nur ungefähr 20% dieser sogenannten Christen überhaupt regelmäßig am Leben ihrer Kirche teilnehmen.

Wenn wir weiterhin tun, was wir immer getan haben, dann werden wir auch in Zukunft dieselben Ergebnisse bekommen. Die Versuche der Konfessionen, den Missionsbefehl zu erfüllen, sind schon seit 1600 Jahren fehlgeschlagen oder seit 492 Jahren, seit die Reformation im Jahr 1517 ihren Anfang nahm. In Wirklichkeit hat das Christentum in den meisten Ländern dieser Erde keinen guten Ruf. Wir haben Christus auf unsere Ebene heruntergezogen, was die schlimmste Form von Götzendienst überhaupt ist, anstatt selbst wie Christus zu werden. Wie können wir nur denken, dass irgendjemand unsere Religion haben möchte? Sie haben ja gesehen, wie diese Religion gelebt wird und haben sie infolgedessen zurückgewiesen. Und das Herz der christlichen Religion ist Konfessionalismus.

Ein anderes Hindernis, das den Konfessionen entspringt ist, dass Leiter lange, ausgedehnte Ausbildungszeiten absolvieren müssen und indoktrinierende Prozesse durchlaufen, bevor sie als Leiter eingesetzt werden. Der Engpass, der hierdurch entsteht, verhindert es, dass der Missionsbefehl erfüllt wird, bevor die nächste Generation stirbt. All die Seminare, theologischen Ausbildungsstätten und Bibelschulen zusammengenommen sind nicht in der Lage, genügend Leiter hervorbringen, um die Aufgabe zu erfüllen. Konfessionelle Ausbildungen und Indoktrinationsprozesse machen es unmöglich, den Missionsbefehl zu erfüllen. Seit den Fischern aus dem ersten Jahrhundert, die Analphabeten waren, neuen Menschengruppen, ganzen Nationen und Städten, die dann erreicht wurden, Gemeinden, die mittlerweile binnen weniger Monate gegründet werden, um dann wieder weiterzugehen, haben wir einen langen Weg hinter uns. Als wir unsere Einfachheit verloren, haben wir auch die Fähigkeit verloren, schnell Leiter hervorzubringen und effizient Menschengruppen zu erreichen. Durch ein Zuviel an Training und Beaufsichtigung der Neugläubigen stoppen wir den Prozess der Reproduktion, der eine ganze Nation und die ganze Welt erreichen könnte.

Jesus ließ 11 Männer zurück, einige von ihnen hatten Zweifel, als sie da auf dem Berg standen. Einige waren Analphabeten. Andere waren rebellisch. Wir würden sie alle als schlecht vorbereitet einstufen, wenn es darum geht, die Aufgabe zu erfüllen, die Christus ihnen und der Gemeinde gab. Wenn Christus diese 11 sehr unbedeutenden Leiter als ausreichend genug erachtete, den Missionsbefehl auszuführen, dann müssen wir vielleicht noch mal darüber nachdenken, was wir eigentlich tun.

CPM ist dabei das zu tun, was im ersten Jahrhundert getan wurde. Gib einem Volk das Evangelium und lehre sie, ihm zu gehorchen. Schau zu, dass sie treue Nachfolger Jesu Christi werden. Überlass sie den Gehorsamskämpfen, die sie haben werden, wenn sie Gottes Wort in ihrem eigenen Kontext und in ihrer eigenen Geschichte gehorchen wollen, indem sie ihre eigenen einzigartigen Gottesdienst-, und Leitungsformen innerhalb klarer biblischer Grenzen entwickeln.

Wenn Konfessionen ihre trennenden Unterschiede vergessen und endlich wieder dahin kommen, das Evangelium anstatt ihre Lehrgebäude zu pflanzen, dann haben wir eine Chance den Missionsbefehl auszuführen. Wenn wir dazu übergehen, Jünger Christi zu machen, anstatt Konvertiten, die unserer Konfession beitreten, hervorzubringen, dann haben wir eine Chance, den Missionsbefehl auszuführen. Bis es soweit kommt, werden wir allerdings dazu verdammt sein, die Fehler unserer Vorväter zu wiederholen. Ich ziehe es vor, aus Fehlern zu lernen, anstatt sie zu wiederholen.

Wenn Konfessionen und konfessionsähnliche Kirchen damit beginnen, das Evangelium hinauszutragen, gehorsame Jünger Christi zu machen und ihre Lieblingslehren und -praktiken vergessen, dann werden wir sehen, wie der Missionsbefehl binnen einer Generation erfüllt werden kann. Wenn Konfessionen und konfessionsähnliche Kirchen dies tun, dann werden auch ihre Gemeinden wachsen, wie nie zuvor, weil sie für die Menschen um sie herum endlich relevant werden, da sie ihnen in Gehorsam Gottes Wort gegenüber dienen.

In der Zwischenzeit, werde ich weiterhin mit verlorenen Menschen arbeiten, die den Schöpfer kennen lernen wollen, und ihnen helfen, gehorsame Diener Christi zu werden, denen es ernst damit ist, das Evangelium weiterzutragen, Jünger zu machen und eine ganze Generation zu erreichen.