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Teams sind stärker als ihr schwächstes Glied! PDF Drucken E-Mail
Wenn es um Teams geht, dann lautet einer der häufigsten Sätze auf Führungsseminaren: „Sie sind nur so stark wie ihr schwächstes Glied.“ Sogar auf christlichen Konferenzen über Leiterschaft hört man diese Aussage. Dies scheint wahr zu sein, wenn es um militärische Teams, Teams in der Geschäftswelt und Sportteams geht, aber von einer biblischen und den christlichen Dienst betreffenden Perspektive aus fehlt dieser Aussage der Wahrheits- und Realitätsgehalt. Alle Teams sind nämlich nur so stark, wie ihre Fähigkeit, mit ihren schwächsten Gliedern zu arbeiten und dennoch erfolgreich zu sein. Und dies gilt sogar dann noch, wenn alle Teammitglieder hochqualifiziert, bestens für die Aufgabe vorbereitet und hochmotiviert sind.

In militärischen Konflikten und Operationen kann ein Mann verwundet und dadurch ineffektiv werden. Er ist dann ein schwaches Glied geworden. Der ultimative Test allerdings für ein Team ist nicht, dass es keine schwachen Glieder hat, sondern, dass es auch dann noch, wenn es schwache Glieder hat, seine Mission erfolgreich erfüllen kann. „Niemand darf zurückbleiben“, ist nicht nur eine Floskel. Es bedeutet ganzen Einsatz für diejenigen, die zu schwach geworden sind, um die Aufgabe zu erfüllen und sie dennoch ans Ziel zu bringen, egal wie die Umstände auch sein mögen. Das ist es letztlich, was Teamgeist fördert und es Männern und Frauen erlaubt, übernatürliche Taten zu vollbringen, und das sogar im Angesicht des Todes oder gewaltiger Opposition.

Einige würden behaupten, dass das Militärische das Schwache ausmerzt. Das ist nicht der Fall. Das Militärische gibt jedem die Möglichkeit, stärker zu werden, und diejenigen, die das tun, beschützen unsere Küsten und dienen unserem Land. Sie sollten nicht vergessen oder missachtet werden, wenn sie bei der Erfüllung ihrer Pflichten gefallen oder schwach geworden sind. Wer die Schwachen vergisst, begibt sich selbst auf den Pfad der Schwachheit.

Sicher gibt es Umstände, in denen Einzelne nicht die Kapazität haben, stark zu werden. In diesen Situationen muss die betreffende Person andere Möglichkeiten von Lebensherausforderungen suchen, die die Möglichkeit des Erfolges in sich bergen und bei denen es Teams mit anderen Anforderungen gibt.

Als Teamleiter suche und bilde ich mein Team auf der Basis meiner Schwächen und nicht auf der Basis meiner Stärken aus. Wenn ich nach Menschen wie ich einer bin suche, dann werden wir alle auf demselben Gebiet schwach sein und sicherlich versagen. Aber indem ich meine Schwächen kenne und Mitarbeiter suche, die da stark sind, wo ich schwach bin, sorge ich für den möglichen Erfolg des Teams.

Erfolgreiche Geschäftsteams erfordern Menschen mit verschiedenen Stärken. Nicht alle können Buchhalter, Marketingexperten, Ingenieure oder Designer sein. Das bedeutet per definitionem, dass sie auf anderen Gebieten jeweils schwach sind. Sogar wenn man in jedem Aufgabenfeld mit den besten zehn Leuten arbeitet, wird es Schwächen geben, die keiner sieht und kennt, und die das Team meistern muss, um Erfolg zu sehen.

Jedes erfolgreiche Sportteam hat Mitglieder die in gewissen Sportbereichen stark sind. Das bedeutet, dass sie wahrscheinlich in anderen Gebieten schwach sind. Die meisten Baseball Werfer sind keine guten Baseballschläger. Die meisten amerikanischen Football Quarterbacks sind keine guten Blocker. Die meisten Baseball Mittelfeldspieler werfen keine 3-Punkte Tore. Und sogar All-Star Teams verlieren Spiele. Wenn man sich das olympische Basketball Team der USA anschaut, das im Jahr 2004 ins Rennen geschickt wurde, dann muss man feststellen, dass dieses Team in einem Jahr mehr Spiele verloren hat, als irgendein olympisches Basketballteam der USA jemals in der Geschichte.

Ein Team zu bilden besteht aus mehr, als nur die Stärken der Mitglieder zu addieren. Es geht darum, wie die Mitglieder die jeweiligen Schwächen der anderen Mitglieder unterstützen, damit das Team stark sein kann.

Vergleicht man moderne Teambildungskonzepte mit biblischen Aussagen, dann gibt es hier einige gegenteilige Hilfen zur Entscheidungsfindung:

1. Wir brauchen die Schwachen. (vgl. 1. Kor. 12, 12-30).

In habe in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Behinderteneinrichtungen und bei der Arbeit mit sogenannten benachteiligten Menschen mehr für mein Leben gelernt, als ich es in hochqualifizierten Geschäftstreffen, Trainingshallen oder bei Sportereignissen je hätte lernen können. Oft werden wir kreativer, wenn wir mit den Schwächen unserer Teammitglieder oder unseren eigenen Schwächen arbeiten müssen. Wir bekommen die Möglichkeit, das Leben aus einer anderen Perspektive zu sehen und Probleme zu lösen, wenn wir Zugeständnisse an Schwächen machen.

2. Die Kraft Christi kommt in Schwachheit zur Vollendung (vgl. 2. Kor. 12, 9-10).

Ohne die Schwachen oder ohne unsere eigenen Schwächen, sind wir nicht fähig, die Kraft Christi zu erkennen. In den Schwachen und in unseren Schwachheiten haben wir die Möglichkeit zu sehen, wie Christus Gestalt gewinnt und etwas bewegt, wenn wir das eben nicht könnten. Erfolg im Angesicht von Schwachheit macht es klar, dass nicht wir für das Endergebnis verantwortlich sind.

3. Gott hat es gefallen, Sich in dem Schwachen dieser Welt zu offenbaren. (vgl. 1. Kor. 1, 27-29).

Damit wir uns nicht rühmen können, hat es Gott gefallen, durch die schwachen Dinge auf der Erde zu arbeiten. Das tut Er, um die Starken zuschanden werden zu lassen, und es bedeutet, dass niemand stark genug ist, um ohne Gott leben zu können. Wenn wir die Schwachen aus unseren Teams ausschließen, dann schließen wir damit die Art und Weise aus, wie Gott durch unsere Teams arbeitet. Einige werden sagen: „Aber wir sind doch alle schwach“. Das stimmt, aber wie oft handeln wir denn so, als ob wir schwach wären geben damit zu, dass Gott durch unsere Schwachheit wirkt?

4. Wir sind dafür verantwortlich, den Schwachen zu helfen (vgl. 1. Thess. 5, 14).

Wir sollten die Schwachen nicht ausstoßen, oder sie nicht beachten. Es wird von uns erwartet, dass wir ihnen helfen. Wie können wir erwarten, dass andere sich entwickeln, wenn wir sie ausschließen, weil sie nicht mit unseren Standards und mit unserer Stärke mithalten können? Wie oft schon haben wir Menschen gesehen, die in ihrem jungen Leben zurückgewiesen wurden und die dann unglaubliche Leiter wurden, als sie heranreiften? Wie oft umgehen wir gefallene, schwache Brüder, wenn wir mit unserer Arbeit fortfahren? Wir haben die Verantwortung jene miteinzubeziehen, die in unseren Teams schwächer sind, damit wir ihnen helfen zu wachsen. Das ist nicht leicht, kann aber eine erfüllende Aufgabe für alle sein, wenn wir Aufgaben an schwächere Menschen abgeben, die sie handhaben können. Dann sollten wir ihrer Sichtweise zuhören, die nämlich oft näher an der Sichtweise der Menschen dran sein kann, denen wir letztlich dienen wollen. Teams existieren nicht für sich selbst. Sie existieren, um den Willen Gottes zu tun, Aufgaben zu erfüllen und das Reich Gottes auszuweiten.

5. Wir müssen die Schwachheiten der Schwachen tragen (vgl. Römer 15, 1).

Der einzige Weg, die Schwachheiten der Schwachen zu tragen, ist, sie in unsere Teams mit einzugliedern. In dem Augenblick, in dem wir sie ausschließen, sie von uns wegschicken, oder sie schlicht nicht beachten, wird es unmöglich sein, ihre Schwachheiten zu tragen. Hierbei ist es doch interessant, dass gerade wir dann Versager in Sachen Liebe und Gehorsam werden, wenn wir uns so verhalten.

Christliche Teams dürfen nicht auf den Philosophien der Geschäftswelt aufgebaut werden. Unsere Teams müssen nach biblischen Prinzipien arbeiten, die den Leib Christi, das Team und jedes einzelne Teammitglied auferbauen. Wie wir Dinge tun ist zumindest genauso wichtig, wie was wir tun. Wir haben versagt, wenn wir uns unbiblischer, unmoralischer und ethisch nicht vertretbarer Praktiken bedienen, selbst wenn wir an weltlichen Standards gemessen Erfolg haben.

Wir dürfen nicht vergessen, wer wir sind und Wem wir gehören.