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Gottes Ausblick in die Zukunft: die Offenbarung PDF Drucken E-Mail

Hintergrund: Gott kommt zum Ziel

Mit dem Buch der Offenbarung sind wir am Ende der Bibel und dem Ziel Gottes mit den Menschen angekommen. Am Anfang der Bibel wird berichtet, wie Gott die Erde, alle Lebewesen und die Menschen schuf, um Gemeinschaft mit ihnen zu haben.

Durch den Sündenfall kommt es zur Abkehr der Menschen von Gott. Damit beginnt ein langer Leidensweg, der von Versuchen Gottes geprägt ist, die Beziehung zu den Menschen wiederherzustellen. Es geht ihm um die  Bewährung der Menschen. Gott begleitet die Stammväter, erwählt sich ein Volk, um zu zeigen, wie er mit den Menschen leben will. Aber in jeder Phase der Geschichte wird deutlich, dass die Menschheit von sich aus keine Beziehung zum Schöpfer aufrecht erhalten kann.

Nach vielen Königen und noch mehr Propheten sendet Gott seinen eigenen Sohn, um uns Menschen das Leben zu bringen. Jesus lebte uns vor, wie wir mit und für Gott leben sollen. Er klärte die Schuldfrage ein für alle mal und ruft seitdem durch seine Nachfolger in die Nachfolge.

Seit Pfingsten wirkt Jesus durch seinen Körper - die Gemeinde - auf dieser Welt. Er ist das Haupt und seine Nachfolger sind sein Körper, um mit ihm in enger Verbindung auf dieser Erde zu leben.

Das ist aber nicht der endgültige Plan Gottes für uns Menschen. Im Moment sind wir trotz geistlichen Lebens und einer Betriebsanleitung für echtes Leben in einer gefallenen Welt und fallen selbst viel öfter als es uns lieb ist.

In diese Situation spricht Jesus durch das Buch der Offenbarung - Jesus gibt seinem Jünger Johannes Einblick in die Zukunft. Er zeigt uns, dass der Zustand vom Anfang wieder geben wird. Das wir nach einer anstrengenden Zeit - in der wir uns bewähren und geistlich wachsen sollen - das Ziel unseres Lebens erreichen werden: Ewige Gemeinschaft mit Gott. Ewige Anbetung unseres Königs. Himmel.

Inhalt

Es handelt sich bei diesem Buch um die Offenbarung Jesu Christi, die Gott dem Apostel Johannes gab.  Man datiert sie im allgemeinen in den Zeitraum 90-95. Johannes befand sich in der Verbannung auf der Insel Patmos als er im Geist die Stimme Gottes hörte und eine Schau (Vision) darüber bekam, was bald geschehen muss (1,1).

Die Empfänger des Schreibens waren zunächst sieben Gemeinden in der römischen Provinz Asia, weshalb man die Botschaften der ersten Kapitel die sieben Sendschreiben nannte. Die Offenbarung hebt sich von den übrigen Schriften des Neuen Testamentes durch die überaus zahlreichen prophetischen Aussagen ab, weshalb der Empfängerkreis bis in die letzte Zeit reicht.

Zunächst aber war die Offenbarung als ein Trostschreiben in den damaligen Christenverfolgungen zu verstehen. Zugleich ist sie eine Kampfansage gegen alle Lügenmächte. Mit dem Erscheinen der Person des Antichristen beginnt in den Schlusskapiteln der Endkampf zwischen Gott und Satan. Der Sieg Jesu Christi wird offenbar!

Das Buch schließt mit einer Schau des Endgerichtes sowie der erneuerten Welt (20,11 bis 22,5). Es enthält die zweifache Zusage Jesu Christi: „Siehe, ich mache alles neu“ (21,5) und „Siehe, ich komme bald“ (22,12).

Es geht also darum, was auf uns wartet: Der letzte Feind (1.Kor.15), eine bewährte Welt (Offb.21f)

Einleitung

 

  • Wer ist der Verfasser? Wer hat ihm diese Offenbarung gegeben?

 

7 Sendschreiben 2-3

 

  • 2,1-7 Ephesus
  • 2,8-11 Smyrna
  • 2,12-17 Pergamon
  • 2,18-29 Thyatira
  • 3,1-6 Sardes
  • 3,7-13 Philadelphia
  • 3,14-22 Laodizea

 

die Visionen 4-22

 

  • 4,1–5,14 Die Thronsaalvision
  • 6,1–8,1 Die Sieben-Siegel-Vision
  • 8,2–11,19 Die Sieben-Posaunen-Vision
  • 12,1–14,20 Die Gegner Gottes und der Gemeinde und die Ankündigung des Endgerichts
  • 15,1–16,21 Die Sieben-Schalen-Vision
  • 17,1–19,10 Das Strafgericht über die Hure Babylon
  • 19,11–20,15 Die Endereignisse
  • 21,1–22,5 Der neue Himmel und die neue Erde

 

Buchschluss 22

 

  • 22,7-21 - Zuverlässigkeit der Offenbarung und Ermutigung

 

Was ist also die Offenbarung? Prophetie, Apokalypse oder Brief?

Interpretation der Gegenwart und Aufruf zur Buße (Prophetie)

Die Offenbarung verkündet nicht einfach nur das Ende, sondern sie ist darauf ausgelegt, dass Menschen umkehren und Gottes Gericht nicht vollendet werden muss (8,17; 14,4; 22,14)

Deshalb sind die Ereignisse der Offenbarung kein Uhrwerk, das, einmal angestoßen, unerbittlich weiter läuft

Verheißung der Zukunft: Gericht und Heil (Apokalypse)

Die Offenbarung verkündet kein irdisches Heil, sie sieht die Hoffnung der Menschheit nicht mehr in einem irdischen Messias, also einem menschlichen König in Jerusalem.

Deshalb sind die Ereignisse der Offenbarung keine Wahlmöglichkeit des Menschen. Sie werden kommen, früher oder später, und schließlich in den Himmel münden.

Anrede an Gottes Gemeinde (Brief)

Die Offenbarung ist nicht für fremde Christen unbekannter Zeiten geschrieben, sondern als erstes für die Gemeinde des ersten Jahrhunderts und ihre Schwierigkeiten.

Deshalb sind die Ereignisse der Offenbarung nicht automatisch Ereignisse einer fernen Zukunft, sondern zumindest zum Teil schon Ereignisse der ersten Jahrhunderts.

Schwierig und doch einfach

Jeder, der das letzte Buch der Bibel schon einmal durchgelesen hat, wird auf echte Schwierigkeiten gestoßen sein. Viele haben aufgegeben hinter die vielen Bilder und Prophetien zu steigen und lassen das Buch einfach zugeklappt.

Die Offenbarung - die Welt aus der göttlichen Perspektive sehen. Heißt aus der göttlichen Perspektive sehen, besser sehen? Genauer sehen? Besser verstehen? Das Thema suggeriert das zumindest. Manchmal sagt man ja: „Ach, wenn wir diese Situation doch nur einmal sehen könnten, wie Gott sie sieht, eben aus der göttlichen Perspektive, dann wäre wahrscheinlich vieles klarer.“ (Beispiel: Partner, Arbeit, Haus, ...) Wer aus der göttliche Perspektive sehen kann, sieht die Dinge von oben wie sie wirklich sind.

Aber leistet dies die Offenbarung? Wird die Welt für uns klarer, besser verstehbar, wenn wir die Offenbarung lesen? Für viele Leser der Offenbarung, wird überhaupt nichts klarer, alles wird eher diffuser. Für viele wird durch die Lektüre der Offenbarung die Welt noch verwirrender als sie sowieso schon ist. Manche sagen: „Ich lese die Offenbarung nicht mehr: erstens macht sie mir Angst, diese ganzen schrecklichen Horrorszenarien und zweitens verstehen ich eh nicht worum es dort geht. Ich bin jedes mal ganz verwirrt. Da lass ich lieber die Finger davon.“

Das ist die Erfahrung vieler. Ist die Offenbarung wirklich eine Offenbarung oder nicht vielmehr ein Buch mit sieben Siegeln? Undurchschaubar, unverständlich, rätselhaft, vielleicht sogar Angst-einflößend?

Auch wir werden noch lange nicht alles verstehen, was die Offenbarung uns zu sagen hat. Aber wir werden entdecken, dass die großen Linien ziemlich klar sind und die zentrale Aussage eigentlich gar nicht so schwer zu verstehen sind. Sicher es gibt eine Menge Details über die man tagelang diskutieren könnte. Z.B.: Wer ist der erste Apokalyptische Reiter in Offb.6 , wer sind die 144.000 in Kap.11 und 14, was hat es mit der 666 in Kap.13 auf sich, usw. Der Sinn dieser Bilder ist nicht immer klar auszumachen. Aber die wesentliche Hauptaussage der Offenbarung ist eigentlich leicht herauszufinden.

Ein Hausmeister eines Theologischen Seminars wartete jede Woche geduldig auf ein Gruppe von Basketballspielern, dass sie Ihr Spiel beenden, damit er abschließen und Feierabend machen kann. Während er wartete las er in der Bibel. An einem Tag, als die Studenten wieder die Halle verliessen, bemerken sie wie Ihr Hausmeister seine Bibel am Schoß liegen hatte und diesmal sehr vertieft in seinen Text war. Ein Student fragte ihn welches biblische Buch er denn da lesen: Er antwortete: „Das Buch der Offenbarung.“ Der Student war überrascht und fragte den Hausmeister (ein wenig überheblich): „Ja, verstehst Du überhaupt was Du da liest?“ - „Ja sicher“ entgegnete er, „ist doch gar nicht so schwer zu verstehen - im Gegenteil es ist sogar ganz einfach: Jesus wird gewinnen!“

Das ist wahr! Das ist die Grundaussage der Offenbarung: Jesus wird gewinnen! Jesus, der Herr aller Herren, er hat schon gesiegt - am Kreuz und in der Auferstehung - und die Offenbarung zeigt uns, wie dieser Sieg am Ende für alle Welt sichtbar wird. Dann zeigt sie uns aber auch, wie wir - Du und ich - an diesem Sieg Anteil haben werden. Der Sieg besteht darin, dass am Ende das Reich Gottes alles umfasst - das ganze Universum! Und alles Jesus zu Füßen gelegt wird (Hebr.2,8). Jesus wird gewinnen.

Das Thema der Offenbarung

Johannes selbst nennt das Thema in Offenbarung 17,14:

„Sie werden mit dem Lamm Krieg führen, aber das Lamm wird sie besiegen. Denn es ist der Herr der Herren und der König der Könige. Bei ihm sind die Berufenen, Auserwählten und Treuen.“

So endet auch das Buch der Offenbarung:  Es endet mit dem Sieg Gottes über alle seine Feinde, und schließlich dem umfassenden Ausbreitung seiner Königsherrschaft. Seine Herrschaft wird dann sichtbar sein, in der Welt ja über den gesamten Kosmos. Dann wird Gott unter uns wohnen, mitten unter uns seinem Volk in einer erneuerten Schöpfung.

Die Grundaussage des Buches heißt also: Jesus wird gewinnen - oder noch etwas umfassender: Jesus wird mit uns - seinen Leuten - gewinnen.

Viele Irrwege

Die Offenbarung ist das Lieblingsthema der Endzeitspezialisten, die eigentlich immer den gleichen Fehler machen: Sie sehen die Offenbarung als detaillierten Endzeitfahrplan in dem sie die letzte Generation darstellen. Und das seit 2.000 Jahren. Es werden Termine berechnet, Zeichen entdeckt - die das nahe Ende bestätigen und die Bilder der Offenbarung in die entsprechende Zeit gedeutet. Das haben die Kirchenväter gemacht, das hat die katholische Kirche gemacht und das machen viele Strömungen der Christen heute immer noch. Riesige Erweckungen werden prophezeit und Personen als Antichrist identifiziert - dabei gab es auch das schon seit 2.000 Jahren. Das Christentum hat in den ersten Jahrhunderten nahezu die komplette damalige „Welt“ erreicht und schon damals wurden römische Kaiser als „der Antichrist“ identifiziert.

Jesus macht uns selbst deutlich, dass niemand den Zeitpunkt seiner Wiederkunft kennt. Nicht einmal er selber. In Matthäus 24 macht er mit drastischen Worten den Jüngern klar, dass die Zeichen vor seiner Wiederkunft vor allen Dingen von Abfall, Lieblosigkeit und Leid geprägt sein wird. Aber auch diese Zeichen dienen nicht dazu einen Tag X auszurechnen.

Viele Auslegungen

Natürlich gibt es neben den vielen Irrwegen auch viele ernstzunehmende Auslegungen der Offenbarung, die biblisch begründet sind, aber ganz klare Unterschiede aufzeigen.

Diese Theorien teilen gemeinsam folgende Auffassung:

 

  • Jesus kommt wieder.
  • Gott hat die Kontrolle über die Welt nicht verloren. Satan ist ihm gegenüber nur ein Schatten.
  • Gott wirbt um die Menschen, auch wenn manches Leid auf der Erde geschieht.
  • Diese Erde wird einmal untergehen, doch es wird eine neue, vollkommene Welt geben.

 

Die Endzeit bzw. die Endgeschichte beginnt nach 1.Joh.2,18 und Offb.4+5 mit dem Tod Jesu Christi und endet mit seiner Wiederkunft. Wir leben in der Endzeit. Deshalb gibt es keinen Grund, die Apokalypse ab Kapitel 4 auf irgendeine nahe oder ferne Zukunft zu projizieren.

Die Apokalypse ist Apokalypse Jesu Christi (1,1). Um ihn geht es, mit ihm beginnt und endet sie (22,16ff). Sie will den Blick auf Jesus Christus lenken, Mut machen, an ihm festzuhalten, Hoffnung machen, dass er bald wiederkommt. Aus der Apokalypse lassen sich zeitlose Wahrheiten erkennen, die auch heute noch gültig sind. Auch die Art und der Ablauf politischer antichristlicher Entwicklungen geben Aufschluss und Warnungen für heute.

Die Apokalypse geht über den geschichtlichen Kontext des römischen Reiches hinaus. Sie beginnt dort, endet aber jenseits des römischen Reiches. Deshalb müssen Hinweise auf zukünftige Dinge aufmerksam wahrgenommen werden. Wichtig ist aber nicht die chronologische Einordnung des eigenen Standortes, sondern die Beherzigung der Mahnungen, die zur jeweiligen Situation gehören, allem voran der Kampf um die Nachfolge Jesu Christi.

Eine ähnlich Verknüpfung zwischen gegenwärtigen oder nahe bevorstehenden Ereignissen mit sehr weit in der Zukunft liegenden Ereignissen ist schon in den Endzeitreden Jesu zu finden. In Mk.13 par berichtet Jesus Christus von der Tempelzerstörung einerseits, von der er sagen kann: so sollt auch ihr, wenn ihr dies geschehen seht, erkennen, dass es nahe vor der Tür ist (Mk.13,30). In direktem Zusammenhang der Tempelzerstörung redet Jesus Christus aber auch von der Wiederkunft, inklusive der Zerstörung des Universums. Davon kann er dann sagen: von jenem Tag aber oder der Stunde weiß niemand, weder die Engel im Himmel noch der Sohn, sondern nur der Vater (Mk.13,32).

Die „Summe aller Dinge“

Kann die Apokalypse glücklich machen? Soll man die Apokalypse predigen? Bringt die Apokalypse etwas für den persönlichen Glauben?

„Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch diese Dinge für die Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern. Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme! Wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst! [ ... ] Der diese Dinge bezeugt, spricht. Ja, ich komme baId. Amen, komm, Herr Jesus!“ (Offb.22,16-17.20).

Die Apokalypse endet mit einer zweimaligen Aufforderung zum Kommen: Einmal an den Hörer, und dann an den Herrn Jesus. Das ist der doppelte Blick und das doppelte Ziel der Gemeinde: Menschen einzuladen, um wahres und unzerstörbares Leben zu nehmen, und Jesus einzuladen, dieses Leben sichtbar einzuleiten. Die Apokalypse ist zutiefst christologisch:

 

  • sie verherrlicht Jesus,
  • sie macht Mut, um jeden Preis, auch um den des Sterbens, an Jesus festzuhalten,
  • sie macht Mut, allen falschen und erlogenen Ansprüchen dieser gefallenen Welt und ihrer Könige & Herrscher ein glasklares „Nein“ entgegenzuhalten,
  • sie verkündet den Sieg Jesu, selbst über die abscheulichsten dämonischen Mächte,
  • sie macht Hoffnung auf Jesus, der uns schon entgegenkommt,
  • sie ermutigt zum Glauben, für alle, die jetzt noch zur richtigen Seite gehören wollen.

 

Und so führt die Apokalypse vor allem zu einem: die Anbetung des wahren Gottes und des Lammes (Jesus)!

Quellen

Route 66 - Einführung, Keck, Ewald, 2002, Christusgemeinde Nagold

Gute Lektüre

6000 Jahre und ein Buch, Wegener, Günther S., 13. Aufl. 1990 Oncken - Wuppertal

Studienbuch Altes Testament, Arbold, Bill T., 1998, Brockhaus - Wuppertal

Studienbuch Altes Testament, Elwell, Walter A., Yarbrough, Robert W., 1998, Brockhaus - Wuppertal