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Grundsätzliches zur Bibel PDF Drucken E-Mail

Die Bibel ist ein dickes Buch. Diese Tatsache treibt manchem Nicht-Leser den Schweiß auf die Stirn und er denkt vielleicht: Die Bibel ist nur etwas für Leseratten oder für Intellektuelle. Die Sprache ist auch nicht die modernste und was das Schlimmste ist: Man muss nachdenken! Aber halt – wer seine Bibel durchblättert, entdeckt als erstes:

Die Bibel ist eine Bibliothek

Die Bibel ist eine Bibliothek, die 66 Bücher enthält – also eine Sammlung vieler Einzelteile. Diese Teile sind unterschiedlich lang: Vom Umfang eines Zeitungsartikels (3.Johannes: 15 Verse) bis zur Seitenzahl eines kurzen Romans (Jeremia) finden wir alles. Wie eine Bibliothek sauber nach Buchtypen und Autoren geordnet ist, so gibt es auch bei der Bibel eine klare Ordnung. Wir müssen also nicht erst von vorne bis hinten alles gelesen haben, bevor wir die Bibel verstehen können. Wir nehmen ein Buch nach dem andern „aus dem Regal“ unserer Bibliothek und beschäftigen uns damit. Das entspannt und ist für jeden durchführbar. Nach einigen grundsätzlichen Bemerkungen wollen wir uns den Aufbau der Bibliothek näher anschauen.

Die Sprachen der Bibel

Die Bibel ist nicht in Deutsch, Englisch oder Französisch verfasst worden, sondern in Hebräisch (Altes Testament) und Griechisch (Neues Testament). Einige Abschnitte liegen auch in Aramäisch vor. Hebräisch ist die Sprache des Volkes Israel und Griechisch war die Weltsprache zur Zeit der Abfassung des Neuen Testaments.

Hebräisch wird von rechts nach links geschrieben und die ursprünglichen Schriftzeichen enthielten keine Vokale, so dass die Aussprache für Nichtjuden ein Problem war.

Das hebräische Denken ist anders als das griechische. Der Hebräer denkt mehr ganzheitlich und weniger systematisch. Wir sind geprägt vom griechischen Denken und haben schon deshalb Mühe, das Alte Testament zu verstehen. (Beispiel: In den Psalmen oder Sprüchen werden Gedanken nicht punktemäßig aufgezählt, sondern ein Thema wird umkreist, indem es in neuen Zusammenhängen wiederholt wird).

Eine Übersetzung aus dem griechischen und hebräischen Grundtext ist nicht einfach, wenn das ursprüngliche Sprachgefühl nicht verloren gehen soll. Darum gibt es auch verschiedene Übersetzungen mit unterschiedlichen Ansätzen.

Der Aufbau der Bibel

Einteilung nach Büchern

In den heutigen Übersetzungen besteht die Bibel aus insgesamt 66 Büchern. Davon gehören 39 Bücher zum Alten und 27 Bücher zum Neuen Testament. Das kann man sich ganz einfach merken: Das Buch  Jesaja hat ebenfalls 66 Kapitel. Die ersten 39 Kapitel enthalten in erster Linie Gerichtsbotschaften, aber ab dem 40. Kapitel beginnt die Botschaft von der Erlösung Israels. So beginnt mit dem 40. Buch der Bibel etwas Neues: Das Neue Testament mit der frohen Botschaft von der Erlösung durch Jesus Christus.

Man könnte auch 70 Bücher zählen, denn das Buch der Psalmen besteht aus 5 Büchern, die in manchen Bibelübersetzungen vermerkt sind. 

Wie bereits gesagt, ist die Bibel als eine Bibliothek anzusehen; eine Sammlung von Schriften verschiedenster Arten und Themen, die von Gott zusammengestellt wurde. Die Bücher sind entsprechend ihrer Gattung angeordnet:

Das Alte Testament besteht aus Geschichtsbüchern (17), poetischen Büchern (5) und prophetischen Büchern (17). Bei den Propheten wird noch zwischen den sog. großen Propheten (5) und den sog. 12 kleinen Propheten unterschieden. Die Unterscheidung bezieht sich aber nicht auf die Bedeutung, sondern allein auf den Umfang der Bücher.

Das Neue Testament besteht aus Geschichtsbüchern (5), Lehrbüchern (21 Briefe) und einem prophetischen Buch (Offenbarung).

Wir müssen jedoch beachten, dass diese Einteilung nicht göttlich inspiriert ist, sondern von Menschen erdacht wurde. Nicht jedes Buch entspricht inhaltlich ganz der jeweiligen Gattung. Prophetische Aussagen finden wir nicht nur in der Offenbarung, sondern auch in Geschichtsbüchern (z.B. Mt.24) und sehr häufig in Lehrbüchern (z.B. 2.Thess.2). Die alttestamentlichen Lehrbücher sind in poetischer Form geschrieben und die neutestamentlichen Lehrbücher als Briefe.

Altes und Neues Testament

Die Bibel besteht aus zwei Hauptteilen: Dem Alten Testament und dem Neuen Testament. Die lat. Bezeichnung Testament (deutsch: Bund) geht auf den Kirchenvater Tertullian zurück. Er verstand die beiden Testamente als zwei Bünde:

Altes Testament: Bund Gottes mit Israel durch Mose (2.Mose 19,5)

Neues Testament: Bund Gottes mit der Gemeinde durch Christus (Mt.26,28)

Das bedeutet aber nicht, dass das AT für die Juden und das NT für die Gemeinde geschrieben ist. Gott hat sich in der gesamten Schrift geoffenbart – jedoch in fortschreitender Weise (z.B. Vatereigenschaft). Es gibt zwar Bücher, die für uns bedeutsamer sind, da sie uns direkter betreffen (z.B. Paulusbriefe), aber das heißt nicht, dass die anderen weniger wichtig sind.

Das Alte Testament ist die Grundlage des Neuen Testaments: Das NT kann nicht ohne das AT verstanden werden! Das Neue Testament ist die Erfüllung des Alten Testaments und der Gipfel der Gottesoffenbarung: Ohne NT gibt es keine Erlösung! Das Ziel der ganzen Schrift ist Jesus Christus, der Sohn Gottes. Das AT weist prophetisch oder vorbildhaft (typologisch) auf Ihn hin, aber er tritt auch persönlich auf. Zum Beispiel in Josua 5,13-15. Er selbst sagt von sich:

Lk 24,44 Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden müsse, was im Gesetz Moses und in den Propheten und den Psalmen von mir geschrieben steht.

Joh 5,39 Ihr erforschet die Schriften, weil ihr meinet, darin das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir zeugen.

Wir dürfen und sollen also auch im Alten Testament Christus suchen und erkennen!

Die jüdische Einteilung des Alten Testaments

Die Bibel der Juden ist das Alte Testament (Tenach oder Tanach), das sie als das Gesetz, die Propheten und die Schriften kennen. Eine besondere Bezeichnung für das Ganze kennen sie nicht. Die beigefügte Übersicht zeigt die jüdische Anordnung der Bücher.

  • Die Thora = Das Gesetz
  • Nebiim = Die Propheten
  • Ketubim = Die Schriften

Die Bezeichnung Gesetz stammt aus der Septuaginta (nomos). Das hebr. Wort hat nicht die negative Bedeutung von einer Vorschrift, sondern bedeutet Wegweisung, Lehre.

Die Thora befindet sich noch heute in jeder Synagoge. Sie besteht aus den fünf Büchern Mose und ist in 52 Abschnitte eingeteilt. Die Titel der fünf Bücher entsprechen den ersten Worten des jeweiligen Buches. An jedem Sabbat wird fortlaufend ein Abschnitt gelesen. Für die Juden ist die Thora der wichtigste Teil des AT.

Die Griechen nannten die fünf Bücher Mose „pentateukos“ (Pentateuch), d.h. das fünfteilige Buch. Sie sind eingeteilt in die Nebiim rischonim (die vorderen o. die erste Gruppe der Propheten) und die Nebiim acharonim (die hinteren o. zweite Gruppe der Propheten).

Die poetischen Bücher:

  • Psalmen
  • Sprüche
  • Hiob

Die Megilloth (Festrollen, werden an bestimmten Festtagen gelesen):

  • Hohelied
  • Ruth
  • Klagelieder
  • Prediger
  • Esther

Die Geschichtsbücher:

  • Daniel
  • Esra
  • Nehemia
  • Chronik

Die Thora ist die Grundlage der Lebensordnung des jüdischen Volkes, der sog. Theokratie (Gott hat die Königsherrschaft). Die Nebiim schildern die Geschichte und die unsagbare Liebe und Arbeit Gottes, die nötig war, um dieses Volk ans Ziel zu führen. Die Ketubim lassen hineinblicken in die Gedankenwelt und das innere Leben dieses Volkes.

Kapitel- und Verseinteilung

Um mit der Bibel besser arbeiten zu können, wurde eine Unterteilung in Kapitel und Verse entwickelt, die aber im ursprünglichen Grundtext nicht zu finden ist. Die übliche Kapiteleinteilung geht auf den englischen Erzbischof Stephan Langton aus Cambridge (1205) zurück. Die Untergliederung in Verse stammt von dem Pariser Buchdrucker Robert Stefanus (1551). In einigen Übersetzungen weicht die Verseinteilung voneinander ab (z.B. Elberfelder o. auch Psalmen in der New International Version).

In den einzelnen Bibelversionen gibt es außerdem noch Abschnittsüberschriften, die helfen sollen, den Text schneller zu erfassen und leichter wieder zu finden. Manche Bibeln drucken „wichtige“ Verse in Fettschrift (Luther). Das sind aber alles Hilfen und keineswegs verbindliche Vorgaben.

Der Kanon der Bibel

Wie können wir eigentlich wissen, ob die Bücher, die in unserer göttlichen Bibliothek zusammengefasst wurden, die richtigen sind? Wer hat das entschieden? Genau darum geht es bei der Frage nach dem „Kanon“ der Bibel. Der griech. Begriff „Kanon“ bedeutet Maßstab, Richtschnur, Standard oder Regel. Der Kanon ist also die Gesamtheit der biblischen Bücher, die sich im Laufe der Zeit als die heiligen und göttlich inspirierten Schriften durchgesetzt haben, im Gegensatz zu den zahlreichen „Apokryphen“ (verhüllte d.h. unklare Bücher).

Viele Menschen sind der Meinung, dass diese Entscheidung von einem Kirchenkonzil gefasst worden ist, das sich hinter verschlossenen Türen getroffen und dann nach einiger Diskussion entschieden hat, welche Bücher gelten und welche aussortiert werden. Doch so ist es nicht gewesen.

Der Kanon des Alten Testaments

Das Neue Testament beweist, dass zur Zeit Jesu der Kanon des AT bereits bestand. Jesus und die Apostel zitierten immer wieder aus einer Sammlung von Schriften, die sie „Die Schrift“ nannten:

Lk 24,44 Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen.

Jesus meint damit das ganze Alte Testament nach der jüdischen Einteilung (Gesetz, Propheten und Psalmen als Teil der Schriften).

Lk 11,50-51 ...damit gefordert werde von diesem Geschlecht das Blut aller Propheten, das vergossen ist seit Erschaffung der Welt, von Abels Blut an bis hin zum Blut des Secharja, der umkam zwischen Altar und Tempel. Ja, ich sage euch: Es wird gefordert werden von diesem Geschlecht.

Jesus meint damit alle Märtyrer zur Zeit des Alten Testaments. Auch hier müssen wir wieder die jüdische Einteilung des AT vor Augen haben. Abel war der erste Märtyrer (1.Mose 4) und Zacharias der letzte (2.Chronika 24,20-21). Das Buch Chronika ist das letzte Buch des AT nach der jüdischen Einteilung.

Das Alte Testament war also eine Sammlung von Schriften, die von 1.Mose bis zu der Chronik reichte und dabei alle Bücher umfasste, die wir auch heute im AT haben. Josephus, der jüdische Geschichtsschreiber des 1. Jahrhunderts nennt die genaue Zahl von Büchern, die als heilige Schrift bei den Juden anerkannt war: „Wir haben nicht 10.000 Bücher, die einander widersprechen, sondern nur 22 Bücher, welche die Aufzeichnung aller Zeiten enthalten und als göttlich anerkannt werden“

Im 3. Jahrhundert n.Chr. bestätigt Origines das Zeugnis des Josephus und gibt ihre Reihenfolge und die hebräischen und griechischen Titel an. Etwas später bezeichnet der gelehrte Kirchenvater Hieronymus diese Bücher als die kanonischen Schriften des Alten Testaments.

Der Kanon des Neuen Testaments

Die „Bibel“ Jesu und der ersten Christen war das Alte Testament. Im Laufe der Zeit entstanden die neutestamentlichen Bücher und wurden sehr bald nach ihrer Abfassung regelmäßig in den Versammlungen der Christen gelesen. Sie wurden sehr hoch eingeschätzt. Die Worte Jesu und der Apostel waren nicht weniger maßgebend als das Alte Testament. Auf diese Weise entstand allmählich der neutestamentliche Kanon, so dass innerhalb eines oder zweier Jahrhunderte die Bücher des NT, wie wir sie heute kennen, gesammelt waren und allerhöchste Autorität für die ersten Gemeinden darstellten.

Der neutestamentliche Kanon entstand um 98 n.Chr. Letzte Anerkennung fand er durch die altkirchlichen Konzile des 3. und 4. Jahrhunderts. Beachte: Dort wurden lediglich die bereits anerkannten Bücher bestätigt und nicht ausgewählt! Seit der Gegenreformation zählt die katholische Kirche die alttestamentlichen Apokryphen wieder zum Kanon. Das Buch Tobit stützt z.B. einige Sonderlehren der Kirche (Gebet für die Toten, Werkgerechtigkeit u.a.).

Wir können sicher sein, dass Gott darüber gewacht hat, dass die Bücher als Sein Wort bestätigt wurden, die wir heute in der Bibel finden.

Die Verfasser der Bibel

Die Bibel wurde von etwa vierzig verschiedenen Personen in einem Zeitraum von 1500 Jahren geschrieben. Die Verfasser lebten zu den unterschiedlichsten Zeitepochen und gehörten den verschiedensten Bevölkerungsschichten an bzw. übten die unterschiedlichsten Berufe aus: Unter ihnen sind z.B. Könige (David und Salomo); Gelehrte und Ärzte (Jesaja und Lukas); Theologen (Esra und Paulus); Staatsmänner (Mose, Daniel, Nehemia); Landwirte und Fischer (Amos und Petrus) und Musiker (Asaph und die Söhne Korahs). Und doch erkennen wir eine wunderbare Einheit, die kein Mensch zustande bringen kann. Die unterschiedlichen Teile fügen sich wie ein Puzzle zu einem Gesamtbild zusammen.

Wenn wir von der Bibel als Gottes Wort reden, dann bedeutet das jedoch, dass Gott der eigentliche Verfasser der Bibel ist. Er hat zu verschiedenen Zeiten zu ganz bestimmten Menschen gesprochen und ihnen den Auftrag gegeben, seine Botschaften niederzuschreiben. Man nennt diesen Vorgang Inspiration.

Es gibt zwei Bibelstellen zu diesem Thema, die man sich einprägen sollte:

2Tim 3,16-17 Jede Schrift ist von Gottes Geist eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werke völlig ausgerüstet.

2Petr 1,20-21 ..wobei ihr das zuerst wissen müsst, dass keine Weissagung der Schrift ein Werk eigener Deutung ist. Denn niemals wurde durch menschlichen Willen eine Weissagung hervorgebracht, sondern vom heiligen Geist getrieben redeten heilige Menschen, von Gott [gesandt].

Die Bibel Alten und Neuen Testaments ist in allen ihren Aussagen vom heiligen Geist inspirierte göttliche Offenbarung und daher die einzige maßgebliche Quelle von Wahrheit und Glauben und die uneingeschränkte Autorität in jeder Hinsicht, namentlich für Lehre und Leben. Sie ist das auf allen Gebieten völlig zuverlässige, sachlich richtige, wahre, widerspruchslose Wort Gottes. Ihre Voraussagen (Prophetien) sind echt und haben sich erfüllt oder werden sich erfüllen. Grundsatz der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule (STH) Basel

Bei dem Vorgang der Inspiration kommen wir an unsere menschlichen Verstandesgrenzen wie z.B. bei der Jungfrauengeburt.

Wie Gott die Verfasser gebraucht hat, um irrtumsloses Wort Gottes niederzuschreiben ohne ihre Persönlichkeit auszuschalten, das ist Sein Geheimnis. Es gibt hier zwei extreme Positionen: 1.Die Bibel ist nur von Menschen geschrieben. Eine übernatürliche Einwirkung gibt es nicht. 2.Die Bibel ist ein rein göttliches Buch. Die Verfasser haben wie Stenografen das niedergeschrieben, was Gott ihnen diktierte. Eine Beschäftigung mit Umwelt, Geschichte oder Geographie ist nicht notwendig.

Wir können beide Extreme vermeiden, wenn wir von der zweifachen Verfasserschaft der Bibel ausgehen. Die Bibel ist ein Buch, das von Gott und Menschen geschrieben wurde:

Zweifache Verfasserschaft

Gottes Anteil bestand darin, den Menschen Impulse zu geben, Seinen Willen zu offenbaren und das Schreiben der Bücher zu überwachen. Der menschliche Anteil bestand darin, diese Offenbarung in menschlicher Sprache und individuellem Stil niederzuschreiben, so dass Gottes Botschaft für die zukünftigen Generationen unfehlbar bewahrt wurde.

Gott respektiert dabei die Persönlichkeit des Menschen, die sich in Sprache und Wortschatz ausdrückt. So finden wir z.B. persönliche Mitteilungen: 2Tim 4,13 Den Reisemantel, den ich in Troas bei Karpus ließ, bringe mit, wenn du kommst, auch die Bücher, namentlich die Pergamente. Andererseits Abschnitte, die von Gott diktiert wurden: 2Mo 20,22 Da sprach der HERR zu Mose: So sollst du den Söhnen Israel sprechen: Ihr habt selbst gesehen, dass ich vom Himmel her mit euch geredet habe.

Die Bibel hat eine zweifache Verfasserschaft, genauso wie Jesus zwei Naturen hat: Er war ganz Mensch aber ist doch gleichzeitig ganz Gott. Er konnte einerseits sagen: „Mich dürstet“ (Joh.19,28) und andererseits: „Ehe Abraham war, bin ich“ (Joh.8,58). Jesus wird sogar als das Wort Gottes in Person bezeichnet: Offb 19,13 Und er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war, und sein Name ist: Das Wort Gottes.

Ohne Beziehung zu Jesus bleibt die Bibel auf Dauer ein Buch mit sieben Siegeln!

Autorität der Bibel

Die Frage nach der göttlichen Inspiration der Bibel ist untrennbar mit der Frage der Autorität verbunden.

Wenn die Bibel Gottes Wort ist, dann ist sie absolute Autorität für Lehre und Leben, für Denken und Handeln, für Verkündigung und Seelsorge, für Gemeinde und Gesellschaft. Ich habe meine Vorstellungen dem Wort unterzuordnen und nicht umgekehrt. Gott fordert von uns Vertrauen in Ihn und in sein Wort.

Die Bibel erhebt selbst den Anspruch, Autorität zu haben (Selbstzeugnis der Heiligen Schrift). Jesus und die Apostel bestätigen z.B. das Alte Testament als Gottes Wort und Jesus gibt Gott selbst als Urheber seiner Botschaft an.

Joh.7,16f Jesus spricht: „Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat; wenn jemand dessen Willen tun will, wird er merken, ob diese Lehre von Gott stammt oder ob ich von mir selbst rede.“

Joh.5,39 Jesus spricht: „Ihr durchforscht wohl die Schriften, weil ihr in ihnen ewiges Leben zu haben vermeint, und sie sind es auch wirklich, die von mir Zeugnis ablegen.“

Wenn die Bibel Gottes Wort ist, dann hat dieses Wort göttliche, übernatürliche Kraft, die sich auswirkt, wenn es verkündigt und geglaubt wird. Wer sich der Botschaft der Bibel öffnet, öffnet sich Gottes Wirken. Ein nachahmenswertes Vorbild für uns ist die Gemeinde in Thessalonich:

1Thes 2,13 Im übrigen danken wir Gott immer wieder dafür, dass ihr die Botschaft, die wir euch in seinem Auftrag verkündeten, als das aufgenommen habt, was sie tatsächlich ist – das Wort Gottes und nicht eine Lehre von Menschen. Und seit ihr glaubt, erfahrt ihr die Kraft dieses Wortes in eurem eigenen Leben.

Es nützt nichts, die Bibel für das Wort Gottes zu halten ohne es im Glauben ins Leben umzusetzen. Wie die Thessalonicher sollten wir die ganze Bibel als Gottes Wort aufnehmen und nicht erst das Menschliche herausfiltern wie manche Theologen es versuchen. Verstehen im Sinne der Bibel heißt: Das aufgenommene Wort Gottes mit meinem Leben in Verbindung bringen (griech.syniemi = wörtl. etwas zusammenbringen o. zusammenstellen).

Mt 13,23 Bei dem aber auf gutes Land gesät ist, das ist, der das Wort hört und versteht und dann auch Frucht bringt; und der eine trägt hundertfach, der andere sechzigfach, der dritte dreißigfach.

Es ist entscheidend wichtig, sich direkt mit der Bibel zu beschäftigen und nicht zu viel mit Meinungen von Auslegern oder irgendwelchen Spezialisten. Das kann eine Hilfe sein, darf aber das persönliche Entdecken und Hören auf Gottes Stimme nicht ersetzen oder verhindern. Das Wichtigste, das wir brauchen, ist der Heilige Geist. Durch Ihn ist die Schrift inspiriert und deshalb kann sie nur durch Ihn verstanden werden. Er hilft uns glauben und begreifen:

Joh 16,13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

„Wenn ich das gesamte Buch der Bibel in die Hand nehme, kann ich nur sagen: Das ist ein Brief, den mein Gott mir hat schreiben lassen. Nach ihm soll ich mich richten, weil Gott mich nach ihm richten wird. Ein jeder Bibelleser muss damit umgehen, als ob dieser Brief nur ihn allein anginge.“ Johann Albrecht Bengel

Ist dir eigentlich bewusst, was es für ein Vorrecht ist, eine Bibel als Buch in allen möglichen Übersetzungen und Größen erwerben und nützen zu können? Die Bibel ist in vielen Stammessprachen noch gar nicht übersetzt. Darum setzen sich die Wycliff-Übersetzer voller Hingabe ein, damit jeder Mensch die Bibel in seiner Sprache lesen kann.

Viele Christen sind zu Märtyrern geworden, weil sie eine Bibel besaßen und daran festhielten. Würden wir unser Leben einsetzen für Gottes Wort? Im Wappen der Hugenotten steht: „Je mehr man mich zu schlagen beliebt, desto mehr Hämmer man verschleißt“. Man hat und man versucht immer wieder, die Bibel auszurotten, sie lächerlich zu machen oder als unwissenschaftlich zu diffamieren. Aber je mehr man es versucht, desto stärker erweist sich ihre Kraft als Gottes Wort.

Wer die Bibel ablehnt, lehnt Gott ab. Wer die Bibel bekämpft oder lächerlich macht, der kämpft gegen Gott.

Quellen

Route 66 - Einführung, Keck, Ewald, 2002, Christusgemeinde Nagold

Gute Lektüre 

6000 Jahre und ein Buch, Wegener, Günther S., 13. Aufl. 1990 Oncken - Wuppertal

Studienbuch Altes Testament, Arbold, Bill T., 1998, Brockhaus - Wuppertal

Studienbuch Altes Testament, Elwell, Walter A., Yarbrough, Robert W., 1998, Brockhaus - Wuppertal