ZielWir verstehen, dass Gott seinen Plan - den Mensch als sein Gegenüber - nicht aufgegeben hat. Wir verstehen, dass Gott Bewährung will und zwar durch Gehorsam aus Vertrauen. Dabei wird uns klar, dass Gott schon immer derselbe war und bleibt, im AT wie im NT. EinleitungDer Bericht von den Stammvätern im 1.Mose zeigt uns, dass Gott immer der Gleiche war und bleibt. Im Schöpfungsbericht lesen wir von der Absicht Gottes, die er mit uns Menschen vorhat. Durch den Sündenfall und die Sintflut wird deutlich, dass sich Gott trotz unserer Auflehnung gegen ihn, zu uns stellt und Beziehung zu uns will. Die Geschichte der Stammväter zeigt uns nun auf der einen Seite, dass Gott sich ein Volk ganz speziell heraussucht, um allen Menschen zu zeigen, wie er sich die Beziehung zu uns vorstellt. Abraham wird uns zum Vorbild gegeben. An seiner Geschichte sehen wir, dass es keinen Unterschied zwischen dem Gott des AT und dem Gott des NT gibt. Gott ist unveränderlich. Er war nicht gewalttätig und rachsüchtig, hat es sich dann anders überlegt und ist nun liebevoll und gnädig. An Abraham zeigt sich, dass Gott schon immer Vertrauen und Glauben einfordert. So wünscht er sich die Beziehung von uns zu ihm. Menschen werden durch Glauben gerechtfertigt. Dabei geht Gott immer den ersten Schritt. In der Beziehung zu Abraham schließt Gott bspw. einen einseitigen Bund. Die AbrahamsgeschichteMit Abraham (der zunächst Abram hieß) beginnt die Zeit der Patriarchen, der Glaubensväter des Gottesvolkes. Das Leben Abrahams war ein Leben aus Glauben. Es war aber auch durch Zweifel und Ungeduld gekennzeichnet: Gott hatte Abraham einen Sohn versprochen, durch dessen Nachkommen die ganze Welt gesegnet werden sollte. Da seine Frau Sara jedoch alt wurde und kein Kind geboren hatte, wurde ihre Magd Hagar bestimmt, Mutter des Erstgeborenen der Familie zu werden. Mit der Geburt Ismaels begann die bis heute anhaltende Feindschaft zwischen dem Volk der Juden und den Nachkommen Ismaels, den Völkern der arabischen Welt. Durch ihren Glauben bekamen Abraham und Sara die Kraft, Nachkommen zu zeugen (Hebräer 11,11). Gott führte Abraham und seine Familie in das Land Kanaan – ein Land, das ER ihm versprochen hatte. Um dieses Land geht es im bis in die jetzige Zeit anhaltenden Streit zwischen Juden und Arabern. Aufbau Genesis 12,1 – 21,7A: 12,1-9 Verheißung: Land, Nachkommen, Namen, Segen Abraham mit seinem Harem kam als Ausländer nach Ägypten. Der Pharao musste die Beduinen gleich beschauen und es gibt eine interessante Frau. Es war damals üblich, wenn Beduinen kamen, nach deren Frauen Ausschau zu halten. Normalerweise verhandelte man dann, um eine Frau zu bekommen. Wenn aber eine Frau verheiratet war und man wollte sie trotzdem bekommen, dann musste man warten, bis der Mann gestorben war oder aber man stellte „Bogenschützen“ aus. Deshalb sagte Abraham zu Sara, dass sie Bruder und Schwester wären. B: 12,10-20 Gefährdung Saras (Pharao in Ägypten) C: 13,1-14,24 Lot – Melchisedek/Salem – König von Sodom Lot ist ein potentieller Erbe Abrahams, denn er ist sein nächster Verwandter. Abraham kümmert sich um ihn, weil Lots Vater gestorben ist. Abraham trennt sich von Lot, damit dieser nicht mehr sein Erbe sein kann. D: 15,1-21 Verheißung eines Sohnes von Abraham Abraham sagt Gott, dass nun sein Knecht Elieser sein Erbe sein wird. Da verheißt Gott ihm einen eigenen Sohn und macht einen Bund mit ihm. E: 16,1-16 Geburt Ismaels Abraham lässt sich auf den Vorschlag Sarais ein. Ismael ist Abrahams Erstgeborener mit allen Rechten, also der volle Erbe. E’: 17,1-27 Bundesverheißung: Isaak, nicht Ismael Gott erscheint quasi in letzter Minute Abraham und macht einen Bund mit ihm. Aus Abraham werden viele Völker kommen, ja selbst Könige. Gott will mit Abraham einen ewigen Bund aufrichten. Das Land, durch das er ziehen wird, wird sein Land auf ewig sein. Gott will seinen Bund mit Abraham vollenden durch den Sohn Isaak, welchen er durch Sara bekommen wird. Gott macht darauf einen Eid, er legt sich fest. Das ist nicht ein Bund, den beide Seiten einhalten müssen, Gott macht diesen Eid einseitig fest. D’: 18,1-15 Verheißungen eines Sohnes von Sara Die drei Männer kommen zu Abraham zu Besuch, doch das ist eher im Hintergrund. Sarah rückt hier in den Vordergrund, ihr Verhalten, ihre Gefühle. Hier bekommt Sarah die Information, dass sie ein Kind bekommen wird. Abraham wusste es aus Kap 17, doch ob Sarah es wusste, wissen wir nicht. Hier ist sie im Fokus der Geschichte. C’: 18,16-19,38 Lot – Sodom und Gomorrah B’: 20,1-18 Gefährdung Sara Hier haben wir nochmals dieselbe Geschichte wie in Kap. 12 und erst das mussten Abraham und Sara durchstehen. Man kann nicht sagen, Abraham hätte nichts gelernt, denn im Alten Orient war es so und aus Vorsicht hat er nochmals gleich gehandelt. A’: 21,1-7 Geburt Isaaks Isaak wird von Gott einem Ehepaar geschenkt, die beide alt sind. Abraham ist nicht mehr zeugungsfähig und Sarah ist vertrocknet, d.h. sie hatte keine Periode mehr. Diesen beiden Menschen schenkt Gott ein Kind, es ist ein Wunder, eine Neuschöpfung Gottes. IsaakNach dem Zeugnis des Alten und Neuen Testamentes war Isaak, Saras Nachkomme mit Abraham, der rechtmäßige Sohn und Erbe des Landes. Die Heilsgeschichte Gottes findet ihre Fortsetzung in Isaaks Familie. Aus Isaaks Ehe mit Rebekka gingen zwei Söhne hervor: Esau und Jakob. Diese zweite Generation des neuen Gottesvolkes hatte ebenfalls eine problematische Familiengeschichte: Esau verkaufte sein Erstgeburtsrecht an seinen jüngeren Bruder. Gen.26,2-4: Gott sagt Isaak, er solle nicht nach Ägypten ziehen, sondern in dem Land bleiben und ein Fremdling sein. Hier wird die Völkerperspektive wiederholt: „In dir Isaak sollen alle Völker gesegnet werden!“ JakobDadurch ging der Segen Gottes auf Jakob über, den dieser mit einer List erschlichen hatte. Jakob – der weitere Träger der Heilsgeschichte – war also ein Betrüger! Jedoch bekehrte er sich von Herzen zu Gott und versöhnte sich endlich auch mit seinem Bruder. Bei seiner Bekehrung bekam er den neuen Namen Israel, das heißt Gottesstreiter. Durch ihn kam es zur Bildung des eigentlichen Gottesvolkes, indem die zwölf Söhne Israels zu Vätern der zwölf Stämme Israels wurden. Gen.27: Jakob betrügt und belügt seinen Vater nach Strich und Faden. Zusammen mit Rebekka machen sie einen Komplott gegen den Vater/Mann. Bei den Nachkommen Abrahams haben wir dieselben Vorkommnisse wie in der Urgeschichte. Ham betrog seinen Vater, den Bruderzwist finden wir ebenfalls. Gen.27,27-29: Jakob bekommt hier den Segen seines Vaters Isaak. Gen 28,13-14: Gott bestätigt Jakob den Bund, den er mit seinem Großvater und Vater gemacht hat, also dem Jakob, der seinen Vater so betrogen hat. Alle Geschlechter auf Erden sollen durch ihn gesegnet werden. Jakob hatte zwei Frauen (Lea und Rahel) und zwei Nebenfrauen. Als Betrüger wird nun wiederum von seinem Schwiegervater Laban betrogen, er hat Angst vor Esau, seine Söhne betrügen ihn und sie bringen ihren Bruder Joseph fast um – hier spiegelt sich immer wieder die Urgeschichte wieder. JosephDie Söhne Jakobs verkauften ihren Bruder Joseph aus Neid nach Ägypten. Er kam als Diener in das Haus Potifars, des Obersten der Leibwächter des Pharao. Als Potifars Frau den jungen Joseph verführen wollte, floh dieser und ließ sein Gewand zurück. Potifars Frau verdrehte den Vorgang und verklagte Joseph vor seinem Herrn. Unschuldig wurde er in das Gefängnis geworfen. Als der Pharao durch schreckliche Träume beunruhigt wurde, wurde Joseph vor den König gebracht, weil bekannt wurde, daß Joseph die Gabe hatte, Träume zu deuten. Man vertraute der Traumdeutung. So wurde Joseph nicht nur befreit, sondern sogar zum Minister für Ernährung in Ägypten bestellt. Durch ihn wurde das Land sowie auch das Haus Israel in der Hungersnot bewahrt. Joseph durfte seine elterliche Familie in Ägypten ansiedeln. Besonders ergreifend wird die Versöhnung zwischen Joseph und seinen Brüdern geschildert. Joseph hätte das Recht gehabt, an seinen Brüdern die Blutrache zu vollziehen. Sie wurde bei Kain eingeführt und bei Noah bestätigt. Doch im Ethos der Urgeschichte gibt es schon Vergebung. Joseph lässt zwar seine Brüder ein wenig schmoren, aber er vergibt ihnen. Es muss also nicht Auge und Auge, Zahn um Zahn gefordert werden. In der ganzen Tora, in den ganzen Weisheitsbüchern, kommt Vergebung nicht wirklich vor, aber immer wieder in den Geschichten des AT. Vergebung ist eine Option und die Geschichten legen die Haltung der Vergebung den Lesern ans Herz. Jakob und Esau z.B. versöhnen sich ebenfalls. ZusammenfassungSeit Anfang an geht um Vertrauen und Bewährung. Gott fordert die Menschen, die in Beziehung zu ihm leben heraus, ihm zu Vertrauen. Dazu stellt er sie immer wieder in Situationen, in denen ihr Vertrauen auf den Prüfstand gestellt wird. Wer Gott vertraut, erlebt Segen.
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