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Das Volk Israel PDF Drucken E-Mail

Ziel

Die Teilnehmer erfassen den Weg Gottes mit den Menschen als eine Bewährung der Beziehung zwischen Mensch und Gott. Sie erkennen, dass die Lebensprüfungen ans Tageslicht bringen sollen, ob der Mensch sich auf die Seite Gottes stellt oder nicht. Sie erfahren, dass Gott den Menschen auch im Versagen nicht aufgibt, sondern sie ihre Erfahrungen machen lässt. Die Teilnehmer erkennen am Versagen Israels die Erlösungbedürftigkeit des Menschen -> Wir brauchen einen Retter!

Josua: die Landeinnahme

Das Buch Josua ist die unmittelbare Fortsetzung des 5.Buch Mose und umfasst ca. 25 Jahre. Mose war gestorben und Josua als Nachfolger berufen worden. Das Volk lagerte in der Ebene Moabs und wartete darauf, den Jordan zu überqueren und das verheißene Land in Besitz zu nehmen. Endlich ist Israel am Ziel seiner langen Wanderschaft angelangt und die Erfüllung von Gottes Verheißung ist greifbar nahe. Nach dem Versagen in der Wüste folgte eine Zeit des Fortschritts und des Sieges.

Nach Gottes Verheißung kamen sie in ihre alte Heimat - in das Land, das Gott dem alttestamentlichen Volk zugesprochen hatte (Gen.12,7). Am Beispiel der Eroberung von Jericho, zeigt Gott, dass er für den Sieg verantwortlich ist, dass er für Israel kämpft und sie sich nicht zu fürchten brauchen.

Kurze Zeit später wird Israel im Kampf gegen die unbedeutende Stadt Ai empfindlich geschlagen. Dadurch wird deutlich, dass Gott keine verborgene Sünde duldet (Achan hatte gestohlen).

Nach der Unterwerfung des Ost- und Westjordanlandes begann die Verteilung und Organisierung des Landes.

Aufbau des Buches Josua

Der Einleitungstext Jos 1,1-9 spiegelt den Aufbau des ganzen Buches wieder:
  • Josua 1,1-5,12 Jordan überqueren
  • Josua 5,13-12,24 Land einnehmen
  • Josua 13-21 Land verteilen
  • Josua 22-24 Gott dienen

In jedem dieser vier Blöcke wird durch die Initiative Gottes, die ersten beiden Male durch den „Engel des Herrn“, das Land eingenommen.

Josua sagt, dass er dem Herrn dienen will. Aber auch er weiß, dass Israel nicht in der Lage ist, Gott zu dienen. Trotzdem hält Gott an seinem Volk fest. Es ist seine Gnade, seine Treue und sein Wohlwollen, dass es mit Israel weiterging.

Das Land ist Israel gegeben, aber sie können es nicht ganz einnehmen - was weitreichende Folgen hat.

Richter: zwischen Hilfeschreien und Vergessen

Das Buch Richter setzt die Geschichte Israels da fort, wo sie bei Josua endet: Das Buch Josua endet mit dem Tod Josuas (24,29) und das Buch Richter beginnt mit der Zeit nach dem Tod Josuas (Ri.1,1). Beide Bücher beginnen mit dem gleichen Ausdruck: „Und es geschah nach dem Tod...“ (Jos.1,1; Ri.1,1). Im vierten und fünften Buch Mose sehen wir die erste Generation des Volkes Israel, im Buch Josua die zweite, die das verheißene Land betreten durfte und im Buch Richter begegnet uns die dritte Generation Israels. Wie geht es weiter, nachdem Israel am Ziel seiner Träume angelangt ist?

Das Volk Israel lebte im Gelobten Land ständig in der Versuchung, völlig in Einzelstämme auseinanderzufallen – und das in einer Zeit der Bedrohung durch Nachbarvölker. Man hatte wohl das Heiligtum, also die Stiftshütte, die Israel von der Wüstenwanderung mitgebracht hatte. Die Auslegung des Gesetzes lag den Priestern und ergänzend dazu den Propheten. Aber es fehlte das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit als Volk Gottes.

Richter waren keine Richter im heutigen Sinne, sondern vielmehr charismatische Persönlichkeiten, die dem Volk wieder aufhalfen. Es werden 12 genannt, aber nur 6 ausführlicher dargestellt. Die beste Richterin im Richterbuch ist übrigens eine Frau!

Auch in der Richterzeit geht das Führen des Volkes auf Gott selbst zurück und nicht auf die Richter oder das Volk. Bei allen läuft die Handlung nach folgendem Schema ab:

 

  • Israel vergisst seinen Gott und sündigt (andere Götter, Vermischung mit Kanaan)
  • Gott sendet eine Strafe (andere Völker), um sein Volk zu erzeiehen (Unterdrückungszeit)
  • [Israel schreit zu Gott um Hilfe]
  • Gott sendet einen Retter/Richter, der sein Volk von der Not befreit. Es folgt eine Friedenszeit.
  • Israel vergisst ...

 

Nach den 12 Richtern kommt es zu einem kultischen Desaster im Stamme Dan (Ri 17-18). Hier ist nichts mehr zu spüren von der Heiligkeit Gottes aus dem Dekalog: Du sollst dir kein Bildnis machen. In Richter 19-21 kommt es zu einem moralischen Desaster wie in Sodom und Gomorra. Eine Frau wird zu Tode vergewaltigt und so aufgefunden. Die Frau wird in 12 Teile zerteilt und an alle Stämme Israels versandt. Es kommt dann zum Bürgerkrieg und der Stamm Benjamin wird fast vernichtet. Es ist nichts mehr von Brüderlichkeit zu sehen. Das was Israel hier verdient hätte, ist dasselbe, was Sodom und Gomorra bekommen hat. Einzig und allein Gottes Treue lässt sie weitergehen.

In den letzten Kapiteln kommt viermal die Perspektive, dass kein König im Lande war. Am Anfang vom Richterbuch war das Königtum noch schlecht, am Ende ist das Königtum zwar nicht ideal zum Gesetz, doch es ist besser als das, was bis dahin mit all den Richtern war.

Samuel: Das Priestertum wird abgelöst

„Die Bücher Samuel bildeten mit den Büchern der Könige anfänglich ein einziges Geschichtswerk. Nach der Richterzeit begann die Zeit der Könige im alttestamentlichen Gottesvolk. Die Übergangszeit stand unter der geistlichen Beratung des Propheten Samuel. Er salbte die Könige Saul und seinen Nachfolger David. Das erste Buch Samuel berichtet über das Leben und Wirken des Propheten Samuel und über das Auftreten der Könige Saul und David. Das zweite Buch Samuel ist ausschließlich dem Leben des Königs David gewidmet.

Inhalt der beiden Bücher Samuel

Nach Sauls unglücklicher Königsherrschaft begann die Glanzzeit Israels unter dem König David. Davids Jugendjahre werden im ersten Buch Samuel beschrieben: Berufung eines Hirtenjungen zum König, der Sieg Davids über den Riesen Goliath und die Freundschaft Davids mit dem Königssohn Jonathan, Davids Flucht vor dem hasserfüllten König Saul, das tragische Ende Sauls und Israels Niederlage im Krieg gegen die Philister.

Das zweite Buch Samuel berichtet über Kampf und Sieg Davids gegen äußere Feinde und über die Herstellung der staatlichen Einheit. In dieser Zeit wird jedoch auch Davids Schwachheit offenbar: Sein Ehebruch mit Batseba und der Mord an ihrem Ehemann wurden zum Tiefpunkt in Davids Leben. Seine aufrichtige Buße kommt in verschiedenen Psalmen zum Ausdruck (Psalm 51 und 32). Ergreifend ist die Schilderung der Trauer Davids über den Tod seines aufrührerischen Sohnes Absalom. Aus der Ehe Davids mit Batseba ging ihr Sohn Salomo hervor, der zum Nachfolger auf dem Thron Davids bestimmt wurde.“

Ablösung des Priestertums durch den König

Der Anfang des Samuelbuches zeigt, wie das Priestertum abgelöst wird. Ein Prophet kommt zum Priester Eli und spricht ein Gerichtswort über dessen Söhne aus, weil sie in ihrem Priesterdienst schwere Sünden begangen hatten. Gott hatte versprochen, den Bund mit dem Geschlecht Levis (also den Priestern) niemals aufzulösen. Die Frage ist, wer tritt an die Stelle des Priestergeschlechtes? Das Geschlecht Elis hört in 1 Sam.4 buchstäblich auf. Es wird von Saul umgebracht und nur Abjathar kann zu David fliehen.

Das Priestertum wird also abgelöst und wir sehen hier im Samuelbuch etwas völlig Neues. Die Priester, die bis jetzt die höchste Stellung vor Gott hatten, treten zurück und ihr Amt wird dem König übertragen.

Das Königtum in Israel

Seit Gott das Volk Israel erwählt hatte, wollte er selbst ihr König sein. In Exodus 19 legt Gott den Grundsatz, dass kein Mensch über den anderen herrschen sollte. Alle sollten gleich sein. Doch das Volk bettelt immer wieder darum, mit den anderen Völkern gleich zu ziehen und einen König aus Fleisch und Blut zu haben. Sie sind mit Gottes unsichtbarer Herrschaft nicht zufrieden und lehnen sich mit ihrem Wunsch gegen Gott auf. Aber anstatt das Volk zu strafen, fängt Gott einen völlig neuen Zeitabschnitt an.

Dieser Zeitabschnitt erreicht aber nie wieder das Ideal von Gottes Herrschaft. Die Geschichte Israels geht weiter mit allen Höhen und Tiefen, wobei sie im Buch der Könige neue Höchst- und Tiefstände erreicht. Wir finden hier interessante Persönlichkeiten, bei denen die einen positive und die anderen negative Vorbilder sind.

Saul, der erste König, wird vom Volk auserwählt. Dabei ließen sie sich von Äußerlichkeiten, wie Schönheit und Größe blenden. Gott verwirft ihn, weil er eigenmächtig handelt und wählt David als „Mann nach dem Herzen Gottes“ (1.Sam.13,14) aus.

David wird vorgestellt als einer, durch den Gott redet. David nimmt priesterliche Funktionen wahr, aber lebte nicht als Priester lebte. Er nahm prophetische Funktionen wahr, hat aber nicht als Prophet gewirkt. David begegnet uns also als priesterliche, prophetische und königliche Person.

Egal, ob die Könige nun näher oder entfernter von Gott lebten - durch die Einführung des Königtums bekam das Volk Israel eine Menge Schwierigkeiten. Einige Probleme wurden gelöst, z.B. Angriffe von Feinden abgewehrt, das Land erweitert und es gab auch einen gewissen Wohlstand - besonders unter Salomo. Aber die Nachteile des Königtums waren nicht von der Hand zu weisen:

Das Auftreten einer königlichen Familie mit Arroganz und Machtanspruch, Intrigen und Skandalen.

Die Etablierung eines effizienten und funktionalen zentralisierten Verwaltungssystems und eines Beamten-Funktionärssystems.

Eine neuartige professionelle Militärstruktur, die auch intern eingesetzt werden konnte als Machtinstrument um die Interessen der Regierungsmacht durchzusetzen.

Gott hatte dem Volk die Entscheidung gelassen, zwischen ihm und einem menschlichen König zu wählen und nun hatten sie die Konsequenzen zu tragen.

Auf Saul und David folgen noch viele Könige (Saul, David, Salomo, Rehabeam, Abija, Asa, Joschafat, Joram, Ahasja, Atalja, Joasch, Amazja, Usija, Jotam, Ahas, Hiskia, Manasse, Amon, Josia, Joahas, Jojakim, Jojachin und Zedekia). Aber kein König schafft es dauerhaft mit Gott zu leben. Immer wieder kommt es zu schweren Sünden, zu Familienstreitigkeiten, Gewalttaten und Götzendienst.

Wir sehen eine doppelte Linie: Das Königtum ist einerseits Abfall von Gott, auf der anderen Seite ist es von Gott gewollt, ein Königtum mit Recht und Gerechtigkeit. Das Volk selbst leidet unter dem König und unter seinen Sünden. David wird zum Versklaver seines Volkes wie der Pharao in Ägypten. Unter Salomo kommt der Götzendienst mit der Folge der Spaltung des Reiches. Ein auf und ab, bis Gott das Volk richtet und es in das babylonische Exil kommt.

In den umliegenden Ländern war es üblich, den König als Mittler zwischen Volk und Gott zu sehen. Das ließ Gott aber nicht zu und behielt sich durch die Propheten selbst die letzte Instanz vor.

Obwohl die Könige - menschlich gesehen - an oberster Stelle standen, autorisierte Gott immer wieder Propheten, die Warnungen, Mahnungen, Missstände und Anweisungen an die Könige weitergaben und von ihnen akzeptiert werden mussten.

Propheten: Liebe und eingeforderte Bewährung

Mit dem Königtum entsteht nun eine neue Instanz, die Instanz des Propheten. Es ist eine Spannung da zwischen dem idealen und realen Königtum. Das Prophetentum (durch Samuel) setzt den König ein: Er ist der Königsmacher. Und ab diesem Zeitpunkt tauchen die Propheten auf. Sie sind die moralische Instanz für den König. Der König kann nicht einfach machen, was er will, z.B. Ehebruch treiben oder grundlos töten. Der König ist nicht das Gesetz, wie das in anderen Gesellschaften der Fall war. Das war in Israel nicht so. Gott selbst war zuständig für das Gesetz. Der König hatte sich Gott unterzuordnen und die Propheten „überwachten“ das.

Der israelitische König unterlag dem Gesetz, das von Gott ausging. Der Prophet ist dem König übergeordnet. Deshalb konnte Nathan beim Ehebruch mit Bathseba und Mord an Uria zu David sagen: „Du bist der Mann!“. Bei der nicht Gott-gewollten Volkszählung tritt Gad David gegenüber und sagt ihm: „Du darfst das nicht!“

Der Prophet ist der Mittler zwischen Gott und König. Der Prophet begleitet das ganze Königtum.

„Die Propheten Jesaja, Jeremia, Hesekiel und Daniel werden auch Schriftpropheten genannt, obwohl ihre Biographien in ihren Schriften recht deutlich hervortreten. Auch die Zeit ihres Auftretens ist klar erkennbar.

Der Prophet Jesaja

Das Buch gliedert sich zeitlich in zwei Teile. Bis Kapitel 39 werden Gerichte über Israel und Juda sowie Berufung und Weihe Jesajas zum Prophetenamt geschildert. Ein prophetischer Blick in das zukünftige Messianische Friedensreich (Kapitel 11) ist eingeschoben. Strafgerichte über die Bedränger des Gottesvolkes werden angekündigt. Ab Kapitel 40 finden sich Worte des Trostes und der Erlösung für die Zeit nach der Babylonischen Gefangenschaft.

In Kapitel 53 wird der erniedrigte Gottesknecht geschildert: Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtung geführt wird. Jes.53

Im Neuen Bund greift Johannes, der Täufer, dieses Bild mit den Worten auf: Siehe das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Joh.1

Der Prophet Jeremia und die Klagelieder Jeremias

Das Buch beginnt mit der Berufung des Propheten, den man ein Symbol des Schmerzensmannes genannt hat. Jeremia hat für seine Vorwürfe und Drohungen durch sein Volk viel leiden müssen. Trotz Ablehnung beschreibt er das zukünftige Heil dieses Gottesvolkes:

Sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten, spricht der HERR. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nicht mehr denken. Jer.31

Ab Kapitel 40 finden sich Reden und Ereignisse nach dem Fall Jerusalems bis zum Untergang des Reiches Juda. In der Zeit der Babylonischen Gefangenschaft schrieb der Prophet die Klagelieder Jeremias, die als ein besonderes Buch in die Prophetenbücher eingefügt sind.

Der Prophet Hesekiel

Man kann den Propheten als den großen Visionär der Babylonischen Gefangenschaft bezeichnen. Seine Berufung durch Gottes Geist im Jahr 593 vChr war der Beginn unablässiger Warnungen an sein schwer geprüftes Volk, aber auch an heidnische Nachbarvölker. Sein besonderer Auftrag war das von Gott übertragene Wächteramt:

"Du sollst das Wort aus Meinem Mund hören und sie vor mir warnen. Wenn ich zu den Gottlosen sage. Du Gottloser, du mußt sterben! – du aber redest nicht, um den Gottlosen vor seinem Weg zu warnen, so wird er, der Gottlose, um seiner Schuld willen sterben; aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern." Hes.33,7-8

Hesekiels letzte Gesichte zeigen die Herrlichkeit des Messianischen Reiches nach allen Leiden des alt- und neutestamtentlichen Gottesvolkes.

Der Prophet Daniel

Dieses Buch umfasst einen historischen (Daniel 1-6) und einen prophetischen (Daniel 7-12) Teil. Der Prophet kam als Deportierter bereits in jungen Jahren an den königlichen Hof zu Babel. Er wusste den Traum des Königs Nebukadnezar zu deuten, der die Geschichtsabläufe aller Reiche dieser Welt beschreibt. Das letzte Reich würde das Sichtbare Reich Gottes sein. – Die innere Standhaftigkeit brachte dem Propheten Verfolgung ein; er erlebte aber auch Bewahrung.

Die Geschichte Daniel in der Löwengrube (Kapitel 6) darf als besonderes Beispiel gelten. Daniel hatte als Prophet am heidnischen Königshof zugleich eine glänzende Laufbahn als Staatsmann. Seine Prophezeihungen über neutestamentliche Ereignisse erfahren bis in die heutige Zeit ihre Erfüllung.

Die zwölf kleinen Propheten des Alten Bundes

Die ersten neun Propheten für Israel und Juda traten bis zur Babylonischen Gefangenschaft auf. Diese sind: Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk und Zephanja.

Ihre Warnungen vor sozialer Ungerechtigkeit, vor heidnischem Brauchtum und vor einem nur formalen Tempel-Gottesdienst wurden weithin missachtet. Somit traten ihre Gerichtsankündigungen in Erfüllung: Assyrische sowie später babylonische Heere zerstörten das Staatswesen des Gottesvolkes und verwüsteten den Tempel zu Jerusalem.

Einen besonderen Auftrag hatte der Prophet Jona, dessen Sendung der heidnischen Stadt Ninive galt. Diesen Auftrag wollte der Prophet zuerst nicht annehmen. Nach seiner Läuterung während der drei Tage im Fischbauch war er gehorsam und predigte der großen Stadt Ninive Buße. Die Heiden begannen ein gottesfürchtiges Leben und wurden vor dem Untergang bewahrt.

Die letzten drei Propheten des Alten Bundes waren Haggai, Sacharja und Maleachi. Man nennt sie die nachexilischen Propheten, weil sie nach der Babylonischen Gefangenschaft auftraten und den Wiederaufbau des Tempels und der Stadtmauer Jerusalems mit ihren mutmachenden Botschaften begleiteten.

Am Schluß des Alten Testamentes findet sich ein Hinweis auf Johannes den Täufer, der als Wegbereiter Jesu Christi in Geist und Kraft eines Elia auftreten sollte (gemäß Lukas 1,17). Dieser Wegbereiter des Messias durfte das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren (gem. Matthäus 3,1-6).“

Die Propheten hatten eine sehr schwierige Aufgabe und sind oft an dieser Last gescheitert: Dem Volk die Nachrichten zu bringen, die sie nicht hören wollten. Jesus nimmt darauf später Bezug und wirft Israel vor die Gottesmänner verachtet und umgebracht zu haben.

Das Exil in Babylon: Folge des Versagens

Die Hauptursache der babylonischen Gefangenschaft war das moralische Verhalten der Könige von Juda und damit auch vom ganzen Volk. Könige wie David, Asa, Joschafat, Joasch, Jotam, Hiskia und Josia waren trotz ihrer vielen Fehler Männer, die vor Gott Ehrfurcht hatten und das Volk dadurch lange vor dem Gericht Gottes bewahrten. Es ging letztlich auch nicht um moralische Fehlschritte, sondern um den anhaltende Götzendienst im Volk, den Gott nicht tolerierte.

Die endgültige Babylonische Gefangenschaft beginnt im Jahr 586 vChr. Die Juden wurden in drei Etappen deportiert (605, 597 und 586 vChr) und kommen auch in drei Etappen wieder in ihr Land zurück (538, 458 und 445 vChr).

Die Bücher Esra, Nehemia und Ester

Die Bücher Esra, Nehemia und Ester bilden eine Einheit von drei Geschichtsbüchern, die die geistliche, soziale und politische Weiterentwicklung des Volkes Israel beinhalten. Man nennt diesen Zeitabschnitt die postexilische oder nachexilische Periode in Israels Geschichte. Sie dauerte insgesamt etwa 110 Jahre lang von 538 vChr bis ca. 430 vChr.

„Die nachexilischen Bücher Esra und Nehemia können als ein Buch gelesen werden, das die Zeit nach der Babylonischen Gefangenschaft beschreibt. Der Schriftgelehrte Esra und der Landpfleger Nehemia sind Schlüsselfiguren im Geschehen. Es werden folgende Ereignisse geschildert: König Kyrus von Persien befiehlt die Heimkehr der Juden unter Serubbabel und Jeschua. Es beginnt der Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem unter großen Schwierigkeiten.

Die Propheten Haggai und Sacharja ermutigen das Volk und ermöglichen den Dienst im einfachen Neubau des Gotteshauses. Auch die Stadtmauer von Jerusalem wird wieder hergestellt. Alle äußeren Aufbauarbeiten werden von einer inneren Erneuerung des Volkes der Juden mit Buße und Gebet begleitet. Nicht zuletzt geht es um eine Neuordnung des politischen Lebens, wobei die Geschlechter-Verzeichnisse eine wichtige Rolle spielen.“

Zusammenfassung: Linie des Handeln Gottes

Gott hatte für Israels keinen König vorgesehen. Auch nicht, nachdem sie sich in dem verheißenen Land niedergelassen hatten. Nur auf ihr drängen hin (weil sie wie die Heiden sein wollten), gab Gott ihnen einen König. Anstatt Geschwister unter Geschwistern zu sein und Gott als König zu haben, mussten die Israeliten die Konsequenzen ihres schlechten Wunsches tragen: Gewaltherrschaft unterdrückt das Volk, Machtbessenheit und Intrigen sind an der Tagesordnung und schlechte Vorbilder/Könige verführen das ganze Volk zu Götzendienst und Sünde.

Die ganze Linie, von Josua bis zu den Königen, ist das nun eine Linie des Scheiterns oder aber eine Linie von Gottes Treue? Sicher sehen wir ein menschliches Scheitern, doch gerade in diesem Scheitern sehen wir die Treue Gottes. Israel hat Gottes Gnade nie verdient, doch Gottes Treue wird die Geschichte mit seinem Volk weiterführen.

Josua sagte Israel schon voraus, dass sie die Gebote nicht halten werden und nicht halten können und es war wirklich eine Linie des Scheiterns. Gleichzeitig ist die Geschichte Israels eine Geschichte der bleibenden Treue Gottes mit seinem Volk. Weil Gott Israel treu bleibt - trotz deren Untreue - deshalb ist es Gottes Weg eine Linie der Hoffnung.

Da finden wir dann die Parallele zum Neuen Testament: Jesus gibt uns mit der Bergpredigt einen Maßstab, den wir selbst nicht halten können. Um Gott zu gefallen brauchen wir Gottes Hilfe. Wir sind ohnmächtig und können nur vertrauen.

Gott selbst möchte uns Menschen Herzen geben, die von seinen Gedanken, seinen Geboten und seiner Liebe gefüllt sind.

Er kommt mit seinem Volk zum Ziel - selbst da, wo es versagt und scheitert. Das gleiche gilt für uns. Wenn wir scheitern, wissen wir, dass nur Gott mit uns zum Ziel kommen kann.